L.o Redaktion | Landesamt für Umwelt, Landkreis Spree-Neiße
Drei Schleusen im Spreewald schließen
Am Pegel Leibsch fließen nur noch 1,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Mit weiteren Maßnahmen soll sich der Abfluss der Spree wieder bei mindestens 2,0 stabilisieren.
Wegen der anhaltenden Niedrigwassersituation in der Spree werden einzelne Schleusen im Unterspreewald geschlossen. Betroffen sind die Schleusen am Krausnicker Strom, in Groß Wasserburg und am Beginn des Dahme-Umflut-Kanals. Das teilte das brandenburgische Umweltministerium mit.
Zusätzlich sollen die Wasserstände der Staugürtel schrittweise und behutsam abgesenkt werden. Die Anpassung beginnt im Unterspreewald und wird in Richtung Schmogrow/Smogorjow fortgesetzt. Ziel ist es, den Abfluss am Pegel Leibsch Unterpegel in einem Korridor zwischen 2,0 und 2,5 Kubikmetern pro Sekunde zu halten.
Das Landesamt für Umwelt hat dafür Phase 2 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes ausgerufen. Dazu gehören auch die Reduzierung von Ausleitungen aus der Spree und die Vorbereitung eines Verbots zur Entnahme von Oberflächenwasser durch Eigentümer und Anlieger.
Am Pegel Leibsch Unterpegel wurden am Montag, 17.08.2026, nur noch 1,4 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der vorgeschriebene Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde wird dort bereits seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Zeitweise sank der Wert auf weniger als 2,0 Kubikmeter pro Sekunde.
Zu wenig Niederschlag im Spree-Einzugsgebiet
Seit Beginn des Jahres 2025 sind die Niederschlagsmengen im Einzugsgebiet der Spree deutlich zu gering. Im oberen Einzugsgebiet wurden teilweise nur 70 % der für den jeweiligen Jahreszeitraum typischen Menge gemessen. Als Beispiel nennt das Ministerium die Wetterstation in Kubschütz bei Bautzen.
Die geringen Zuflüsse führten dazu, dass die Talsperren und Speicher im oberen Einzugsgebiet bis Ende April im Durchschnitt nur zu 50 % gefüllt waren. Der Zielwasserstand der Talsperre Spremberg/Grodk wurde zwar erreicht, sank wegen der geringen Zuflüsse zuletzt aber um mehrere Zentimeter pro Tag. Dadurch sind die Möglichkeiten zur Stützung des mittleren Spreegebiets eingeschränkt.
Die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung hatte bereits Ende Mai über erste Schritte beraten. Daraufhin trat am Montag, 01.06.2026, Phase 1 des Bewirtschaftungskonzeptes in Kraft. Da warme Temperaturen und ausbleibender Regen die Lage weiter verschärften, folgte nun Phase 2.
Einzelne Niederschläge stabilisieren die Abflüsse nach Einschätzung des Landesamtes nur kurzfristig. Trotz angekündigter kühlerer Temperaturen und weiterer einzelner Regenfälle bleibt die wasserwirtschaftliche Situation angespannt.
In der regionalen Arbeitsgruppe stimmen sich das Landesamt für Umwelt, untere Wasserbehörden und Gewässerunterhaltungsverbände über die Steuerung der Spree ab. Beteiligt sind außerdem Vertreter aus Kommunen, Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Naturschutz und Öffentlichkeit. Das Ziel besteht darin, die Abflüsse der Spree auch bei extremem Niedrigwasser zu stabilisieren.
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