(PM/C.M.Schwab)
Kultur aktuell
Cottbus rückt ins Zentrum der brandenburgischen Kunstszene
Ein Signal für die kulturelle Strahlkraft der Lausitz
Der neue Brandenburgische Kunstpreis wird im Landesmuseum Dieselkraftwerk verliehen – ein Signal für die kulturelle Strahlkraft der Lausitz.
Potsdam/Cottbus. Das Land Brandenburg hat erstmals den neu konzipierten Brandenburgischen Kunstpreis vergeben. Die Auszeichnung würdigt herausragende Positionen der zeitgenössischen Kunst im Land – und setzt gleichzeitig ein wichtiges Signal für die Lausitz: Die feierliche Preisverleihung und die dazugehörige Ausstellung finden am 6. September 2026 im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) im Dieselkraftwerk Cottbus statt.
Kulturministerium setzt auf dezentrale Sichtbarkeit
Kulturministerin Dr. Manja Schüle betonte bei der Vorstellung der Preisträger in Potsdam: „Kunst entsteht an konkreten Orten, in Auseinandersetzung mit Menschen, Geschichte und Gegenwart.“ Mit der Vergabe des Preises an verschiedene Standorte Brandenburgs wolle das Ministerium die Vielfalt der Kunstszene sichtbar machen – auch im ländlichen Raum.
Für die Lausitz ist die Wahl von Cottbus als Veranstaltungsort bedeutsam. Das BLMK mit seinem Hauptstandort im umgenutzten Industrieareal des Dieselkraftwerks gilt als einer der wichtigsten Orte für moderne Kunst in der Region. Die Verleihung eines Landespreises in diesem Rahmen unterstreicht die Rolle der Stadt als kultureller Knotenpunkt im Strukturwandel.
Fünf Preise, 55.000 Euro Förderung
Das Land stellt für den neuen Kunstpreis insgesamt 55.000 Euro bereit. Ausgezeichnet werden:
- Drei Einzelpreise (je 10.000 Euro) für Maren Strack (Oberhavel), Peter Rohn (Potsdam) und Gabriele Konsor (Havelland)
- Ein Ehrenpreis für ein Lebenswerk (15.000 Euro) an Christa Jeitner (Ahrensfelde/Barnim)
- Ein Nachwuchsförderpreis (10.000 Euro) an das Duo Mukenge/Schellhammer (Brandenburg an der Havel/Kinshasa)
Die Jury hob besonders die künstlerische Qualität und die regionale Verankerung der Preisträger hervor. Ulrike Kremeier, Direktorin des BLMK und Jury-Vorsitzende, betonte: „Die Preisträgerinnen und Preisträger repräsentieren auch die Region, in unserem Fall das Land Brandenburg. Sie sind Teil der kulturellen Identität unserer öffentlichen Sphäre.“
Lausitz als Bühne für landesweite Kunst
Obwohl keine der ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler einen direkten biografischen Bezug zur Lausitz hat, rückt die Region durch die Veranstaltung selbst in den Fokus. Die Ausstellung der prämierten Werke im Dieselkraftwerk macht Cottbus zum zentralen Präsentationsort der brandenburgischen Gegenwartskunst.
Christoph Tannert, Kurator und Mitglied der Jury, formulierte es so: „Die Vergabe von Preisen ist eine Art der Kunstförderung. Sie ist eine kulturpolitische Demonstration und verbreitet Hoffnung unter den Kreativen der Region.“
Festakt mit Musik und Performance
Die Preisverleihung am 6. September wird von Musik und Performance begleitet. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow werden die Auszeichnungen überreichen. Die Preisträger sind anschließend mit ausgewählten Werken im Museum zu sehen.
Für die Lausitz ist die Veranstaltung ein weiterer Baustein im kulturellen Strukturwandel: vom einstigen Energiestandort hin zu einer Region, die auch durch Kunst und Kreativität neue Impulse setzt.
Foto: Chris Hinze „Schnittmeister“ (2021)
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