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Kupferabbau in Spremberg:
„Wir haben unser Projekt in wichtigen Punkten verändert“
Kupferabbau in Spremberg:
„Wir haben unser Projekt in wichtigen Punkten verändert“
Blas Urioste, Geschäftsführer von KSL Kupferschiefer Lausitz, über das geplante Bergwerk, die Sorgen der Menschen und warum das Projekt noch einen langen Weg vor sich hat.
Was plant KSL genau?
Blas Urioste: Wir wollen die Kupferlagerstätte bei Spremberg mit einem modernen Untertagebergwerk erschließen und das Erz vor Ort aufbereiten. Die Produktion könnte Mitte der 2030er Jahre beginnen. Gebaut wird erst, wenn alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen.
Warum brauchen wir Kupfer überhaupt?
Urioste: Kupfer ist die Grundlage moderner Technologie und wird in Zukunft immer wichtiger. Es steckt in Maschinen, Autos und Gebäuden, aber auch in Rechenzentren, Smartphones und allem, was Strom nutzt. Deutschland ist ein großer Kupferverbraucher, fördert aber selbst kein Kupfer. Das macht uns abhängig. Bei Spremberg liegen rund 1,5 Millionen Tonnen Kupfer – eines der bedeutendsten Vorkommen in ganz Europa.
Was würde das Projekt für Spremberg bedeuten?
Urioste: Das Projekt würde über viele Jahrzehnte hochwertige Industriearbeitsplätze schaffen. Davon profitieren nicht nur die Beschäftigten im Bergwerk selbst, sondern auch zahlreiche regionale Unternehmen. Mindestens ein Viertel der Investitionen und laufenden Ausgaben kann in der Region verbleiben. Ein erfolgreicher Betrieb könnte die regionale Wertschöpfung und die Steuereinnahmen spürbar stärken.
Eine große Sorge der Menschen vor Ort ist das Trinkwasser.
Urioste: Das Thema Wasser wird von mehreren unabhängigen Fachleuten untersucht. Klar ist: Das Projekt kann nur umgesetzt werden, wenn das Trinkwasser geschützt ist. Entscheidend sind dabei nicht Versprechen, sondern Messdaten, Gutachten und technische Lösungen. Wenn dieser Nachweis im späteren Genehmigungsverfahren nicht gelingt, bekommt das Bergwerk keine Genehmigung.
Wer kontrolliert das, wenn das Bergwerk erst einmal steht?
Urioste: Die Behörden. Es gibt Auflagen, Messnetze, Grenzwerte und die Möglichkeit, einzugreifen, wenn etwas nicht stimmt. Ein Projekt dieser Größenordnung läuft nicht auf Vertrauen, sondern auf Regeln, Messungen und Kontrolle.
Viele Lausitzer kennen den Braunkohletagebau und übertragen diese Bilder auf das Projekt. Urioste: Beim Tagebau wird die Landschaft großflächig verändert und Grundwasser über lange Zeit abgesenkt. Unser Projekt ist ein Untertagebergwerk in 850 bis 1.300 Metern Tiefe. Das ist nicht vergleichbar. Aber auch ein Untertagebergwerk hat Risiken. Dafür gibt es erprobte technische Lösungen, die weltweit eingesetzt werden. Wir haben viele dieser Ansätze geprüft und wollen die für die Lausitz geeigneten Lösungen anwenden.
Sind Bodensenkungen von mehreren Metern realistisch?
Urioste: Nein. Solche Zahlen stammen aus früheren theoretischen Extrembetrachtungen und nicht aus dem heutigen Abbaukonzept. Durch die Rückverfüllung der Hohlräume sollen Senkungen stark begrenzt werden. Die aktuellen Berechnungen werden noch geprüft und müssen den Behörden vorgelegt werden. Auch hier gilt: Ohne überzeugenden Nachweis wird das Projekt nicht genehmigt.
Was bedeutet das für Hausbesitzer?
Urioste: Nach dem heutigen Stand der Untersuchungen sehen wir keinen Anlass, pauschal von Risiken für Hauseigentümer auszugehen. Entscheidend ist die behördliche Prüfung der finalen Gutachten und nicht das Versprechen, dass schon alles gut gehen wird.
Manche Bürger haben den Eindruck, das Bergwerk sei längst beschlossen.
Urioste: Niemand kann ein Projekt einfach beschließen. Nicht die KSL und auch nicht die Politik. Wir glauben an das Vorhaben. Deshalb sind wir noch hier. Die nun laufende Raumverträglichkeitsprüfung erteilt noch keine Genehmigung und schafft auch kein Baurecht. Sie klärt lediglich, unter welchen Voraussetzungen das Vorhaben grundsätzlich mit den Zielen der Region vereinbar sein könnte. Erst danach folgt das mehrjährige Planfeststellungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit. Anschließend müssen die Betriebspläne regelmäßig von den Behörden genehmigt und der Betrieb laufend überwacht werden. In jedem Schritt entscheiden die zuständigen Behörden auf Grundlage von Recht, Gutachten und Messdaten, ob und wie das Projekt weitergehen kann.
Und wenn Gutachten ergeben, dass bestimmte Risiken nicht beherrschbar sind?
Urioste: Dann müssen wir das Projekt so verändern, dass diese Risiken beherrschbar werden. Gelingt das nicht, kann das Bergwerk nicht gebaut werden.
Was sagen Sie einem Spremberger, der dem Projekt skeptisch gegenübersteht?
Urioste: Bewahren Sie sich Ihre Skepsis. Ein Projekt wie dieses braucht kritische Begleitung. Wir haben aus dem früheren Verfahren gelernt und unser Projekt in wichtigen Punkten verändert. Entscheidend ist, dass die Planungen auf Daten, Gutachten und technischen Fakten beruhen. Stellen Sie uns Fragen, widersprechen Sie uns und prüfen Sie unsere Antworten. Aber sprechen Sie mit uns und nicht nur über uns. Wir wollen einen Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft und zum Wandel der Lausitz leisten. Das gelingt nur, wenn wir miteinander reden. Deshalb haben wir den Inforaum am Marktplatz eröffnet und suchen bewusst das direkte Gespräch.
KSL Kupferschiefer Lausitz ist auf dem Spremberger Heimatfest mit eigenem Stand vor dem Inforaum Am Markt 5 von 10 bis 15 Uhr präsent.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.kslmining.com
BU2: Das KSL-Team im Inforaum am Spremberger Marktplatz. (Foto: KSL)
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