L.o Redaktion | Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Wasserwirtschaftliche Zukunft der Lausitz
Sachsen und Brandenburg bauen Zusammenarbeit aus
In der Lausitz wollen Sachsen und Brandenburg ihre Zusammenarbeit in der Wasserwirtschaft ausbauen. Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Besuch am Speicherbecken Lohsa II und am Bärwalder See berieten Sachsens Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt über die Folgen von Kohleausstieg, Strukturwandel und Klimarisiken für den Wasserhaushalt der Region.
Für die Menschen in der Lausitz geht es dabei um eine zentrale Zukunftsfrage: Wie Wasser künftig verfügbar bleibt und wie Bergbaufolgelandschaften so gesteuert werden, dass Gewässer und Speicher langfristig stabil funktionieren.
Abgestimmtes Vorgehen über Ländergrenzen hinweg
Nach Angaben beider Länder können die anstehenden Aufgaben nur gemeinsam bewältigt werden. Dazu zählen die weitere Sanierung der Bergbaufolgelandschaften, steigende Wasserbedarfe im Strukturwandel und die klimaresiliente Entwicklung der Gewässer.
Beide Minister hoben hervor, dass Wasser nicht an Ländergrenzen haltmacht. Deshalb soll die länderübergreifende Zusammenarbeit weiter gestärkt und der Bund stärker in die Verantwortung eingebunden werden.
Diese Aufgaben stehen in den kommenden Jahren an
Im Gespräch verständigten sich beide Seiten auf zentrale wasserwirtschaftliche Themen für die nächsten Jahre. Genannt wurden:
- eine prognostische Wasserbilanzierung für die kommenden Jahrzehnte
- die Weiterentwicklung der wasserwirtschaftlichen Bergbauspeicher
- der Aufbau belastbarer Planungsgrundlagen und Instrumente
- das Grundwassermodell Lausitz
Bereits seit Jahren arbeiten Sachsen und Brandenburg dabei nach eigenen Angaben eng zusammen. Beteiligt sind unter anderem die länderübergreifende Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree - Schwarze Elster - Lausitzer Neiße der Länder Sachsen, Brandenburg und Berlin sowie die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Großraummodell Lausitz.
Geschäftsstelle in Hoyerswerda, Ad-hoc-Runde wegen Niedrigwasser
Besonders verwiesen die Länder auf die im Mai 2024 gegründete Geschäftsstelle der Arbeitsgruppe in Hoyerswerda. Sie soll die Zusammenarbeit in der Region organisatorisch stützen.
Wegen der aktuellen Niedrigwasserlage wurde Anfang dieser Woche zudem die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Extremsituation für das Spreegebiet einberufen. Dort stimmen Brandenburg, Sachsen und Berlin kurzfristig notwendige Bewirtschaftungsmaßnahmen ab.
Bund-Länder-Gremium soll Sanierung voranbringen
Beide Minister bekräftigten außerdem, gegenüber dem Bund geschlossen aufzutreten. Im Mittelpunkt steht die zügige Umsetzung des Beschlusses der Umweltministerkonferenz zur Einrichtung eines Bund-Länder-Gremiums. Ziel ist es, die wasserwirtschaftliche Sanierung der Braunkohlenfolgelandschaften koordiniert voranzubringen und langfristig einen weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt im Lausitzer Revier zu ermöglichen.
Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt bezeichnete den ausgeglichenen Wasserhaushalt nach dem Ende des Kohleabbaus in der Lausitz als Generationenaufgabe.
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