Historische Städte beraten in Regensburg
Förderpolitik, Altstädte, Projekte im Fokus
Regensburg/Görlitz. Für die Lausitz ist das Treffen auch deshalb relevant, weil Görlitz Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte ist. Bei der Frühjahrstagung berieten die beteiligten Städte über aktuelle Aufgaben in historischen Altstädten, über die Lage der Städtebauförderung und über konkrete Projekte in Regensburg.
Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft kamen am Donnerstag, 19.03.2026, und Freitag, 20.03.2026, Vertreter der Stadtverwaltungen aus Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Stralsund und Regensburg in der Domstadt zusammen.
Förderpolitik und kommunale HandlungsspielräumeIm Mittelpunkt der Frühjahrstagung standen die Herausforderungen historischer Städte in der aktuellen Förderlandschaft. Die Arbeitsgemeinschaft knüpfte damit an Diskussionen aus dem Vorjahr an und bekräftigte ihre Unterstützung für zentrale Forderungen des Deutschen Städtetags zur Städtebauförderung.
Dazu zählen laut Mitteilung realistische Eigenanteile beziehungsweise finanzielle Entlastung, Bürokratieabbau, flexible Fristen, die Stärkung kommunaler Planungs- und Umsetzungskapazitäten sowie die Förderfähigkeit von Planungskosten.
„Die Städtebauförderung war und ist elementare Grundlage, um Herausforderungen der Stadtentwicklung zu bewältigen. Um auch zukünftig handlungsfähig bleiben zu können, wollen wir praxisorientierte Hinweise aus unserem Erfahrungsschatz in die Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern mit einbringen“, erklärte Achim Welzel, Leiter des Stadtplanungsamtes der Stadt Bamberg, in Vertretung der Bamberger Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte.
Projekte in Regensburg besichtigt„Speziell in historischen Städten ist die Grundlage für den langfristigen Erhalt und zugleich für die Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung eine abgestimmte und kohärente Förderpolitik“, teilte Dr. Volker Höcht, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung der Stadt Regensburg, mit.
Neben dem fachlichen Austausch stellte Regensburg mehrere Vorhaben vor, die bei einem Rundgang besichtigt wurden.
- Auwegareal: Für das Gebiet wird derzeit ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet. Im Fokus standen das Stadtlagerhaus und die Auweghallen. Auf den Flächen soll künftig ein Kreativareal entstehen.
- St. Katharinenspital: Im Rahmen des Projekts „OIKOS“ wurde nach dem Meisterhaus auch das Schreiberhaus umfassend saniert. Das Gebäude wird als „Haus der Vereine“ genutzt. Als nächster Schritt ist eine barrierefreie Gestaltung der Außenanlagen vorgesehen.
- Obermünsterviertel: In dem Sanierungsgebiet wurden bereits erste Sofortmaßnahmen umgesetzt. Das Areal soll voraussichtlich im Jahr 2028 zu einem begrünten und deutlich verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet werden.
- Emmeram Forum Regensburg: Der Ort dient seit seiner Fertigstellung im November 2024 als Kultur- und Begegnungsort.
Aktuell arbeitet die Arbeitsgemeinschaft an der Auslobung für den Bauherrenpreis 2026. Außerdem soll der Internetauftritt bis Ende April 2026 komplett neu aufgestellt werden.
Hintergrund zur ArbeitsgemeinschaftDie Arbeitsgemeinschaft Historische Städte ist ein Zusammenschluss der Städte Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Regensburg und Stralsund. Sie wurde 1973 vor dem Hintergrund des neuen Städtebauförderungsgesetzes gegründet und besteht seit 1991 in ihrer heutigen Form.
Der Schwerpunkt liegt auf der behutsamen Stadterneuerung historischer Altstädte. Ziel ist es, gewachsene Stadtstrukturen zu bewahren und zugleich nachhaltig weiterzuentwickeln. Dazu gehören nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft sowohl der Erhalt authentischer Bausubstanz als auch die Berücksichtigung gewachsener Stadtgrundrisse und urbaner Nutzungsmuster.
Seit 1998 lobt die Arbeitsgemeinschaft alle vier Jahre den Bauherrenpreis aus. In diesem Jahr wird die Auszeichnung zum achten Mal vergeben.
Foto: AG Historische Städte
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