News & Nachrichten aus der Lausitz
Handwerk in der Lausitz unter Druck
Kosten steigen, Aufträge stabilisieren sich
Für Handwerksbetriebe in der Lausitz, in Süd-Brandenburg, im Spreewald und in Ostsachsen zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage ein gemischtes Bild: Teile des Handwerks bleiben stabil, zugleich wächst der Druck durch höhere Kosten, Materialrisiken und eine schwächere Industriekonjunktur.
Besonders das Gesundheitshandwerk profitiert laut Umfrage von demografischen Effekten und einer stabilen Nachfrage. Dagegen geraten vor allem gewerbliche Handwerke durch die anhaltende Industrieschwäche stärker unter Belastung. Im Kraftfahrzeuggewerbe bremst die Kaufzurückhaltung den Fahrzeugabsatz, während das Werkstattgeschäft stabil bleibt. Angespannt ist die Lage auch im Nahrungsmittelhandwerk, das mit hohen Kosten und zunehmendem Preisdruck zu kämpfen hat.
Geschäftslage hat sich eingetrübtSeit Herbst 2025 hat sich die Geschäftslage im Handwerk spürbar verschlechtert. Der Anteil zufriedener Betriebe sank von 76,4 % auf 69,3 %. Nur noch 13,8 % bewerten ihre Lage als gut. 30,7 % geben eine negative Einschätzung ab, nach zuvor 23,6 %.
Als Hauptursachen nennt die Umfrage gestiegene Kraftstoffpreise und drohende Materialengpässe. Beides belastet die Liquidität der Betriebe.
Umsätze und Aufträge entwickeln sich verhaltenerBei den Umsätzen melden 12,8 % der Unternehmen Zuwächse. 51,4 % berichten von einer stabilen Entwicklung, 35,9 % von Rückgängen.
Auch die Auftragslage hat sich leicht abgeschwächt. 15,2 % der Betriebe verzeichnen steigende Aufträge, 49,7 % eine konstante Entwicklung. Der Anteil mit rückläufigen Aufträgen liegt bei 35,2 % und bleibt damit nahezu stabil.
Auftragsreichweite steigt auf 9,8 WochenDie durchschnittliche Auftragsreichweite stieg auf 9,8 Wochen, im Vorjahr waren es 9 Wochen. Als Gründe nennt die Umfrage Lieferkettenstörungen, fehlende Vorprodukte und Fachkräftemangel. Die längere Reichweite ist damit nicht nur Ausdruck guter Auslastung, sondern auch Folge struktureller Probleme.
Preisdruck und Personallage bleiben kritischNur 23,8 % der Unternehmen konnten ihre Preise erhöhen. 47,9 % hielten sie stabil, 28,3 % mussten Preise senken. Für viele Betriebe verschärft sich damit der Spagat zwischen steigenden Kosten und Wettbewerbsfähigkeit.
Auch die Fachkräftesituation bleibt angespannt. 8,6 % der Betriebe bauen Personal auf, 70 % halten den Bestand konstant. 21,4 % verzeichnen Rückgänge, häufig wegen altersbedingter Abgänge.
Zusätzliche Risiken durch Energie- und MaterialkostenNach Angaben der Umfrage sind die Folgen des Iran-Konflikts in den Daten noch nicht vollständig enthalten, aber bereits spürbar. Genannt werden steigende Energiepreise, höhere Kosten für erdölbasierte Materialien und drohende Lieferengpässe, etwa bei Aluminium. Das belastet besonders fahrzeugabhängige Betriebe.
Forderungen an die LandesregierungCorina Reifenstein fordert unter anderem unbürokratische Preisgleitklauseln für öffentliche Aufträge sowie dauerhafte steuerliche Entlastungen bei Energie- und Kraftstoffkosten. Kurzfristige Maßnahmen reichten nicht aus. Ohne Gegensteuerung drohten Verzögerungen bei Bau- und Infrastrukturprojekten.
Fazit für die RegionDie Wirtschaftslage im Handwerk bleibt insgesamt stabil, schwächt sich aber ab. Für viele Betriebe in der Lausitz und den angrenzenden Regionen werden Kosten, Lieferprobleme und Personalfragen zunehmend zum Risiko. Das kann sich auch auf Aufträge, Bauvorhaben und Dienstleistungen vor Ort auswirken.
Motiv: KI
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