Redaktion | Landkreis OSL
Firmenumfrage in OSL bis 9. Juli
Landkreis sucht Erfahrungen und Bedarfe zur Integration
Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz läuft bis Donnerstag, 09.07.2026 eine kurze Online-Befragung für Unternehmen. Die Kreisverwaltung will erfahren, welche Erfahrungen, Bedarfe und Unterstützungswünsche es bei der Beschäftigung und Integration internationaler Arbeits- und Fachkräfte sowie von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gibt.
Zur Teilnahme aufgerufen hat die Integrationsbeauftragte des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Melanie Hesse. Der Fragebogen richtet sich sowohl an Unternehmen, die bereits internationale Beschäftigte eingestellt haben, als auch an Betriebe ohne bisherige Erfahrungen in diesem Bereich. Die Teilnahme dauert nach Angaben des Landkreises etwa fünf Minuten.
Grundlage für Konferenz in Großräschen
Die Ergebnisse sollen in die Vorbereitung einer Vernetzungskonferenz einfließen. Diese ist für Montag, 09.11.2026 in Großräschen geplant. Veranstalter sind die Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz und das Diakonische Werk Lübben gGmbH.
Ziel der Konferenz ist es, Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung, Sozialarbeit und weiteren Bereichen zusammenzubringen. Gemeinsam sollen Lösungsansätze für eine gelingende Integration internationaler Arbeits- und Fachkräfte entwickelt werden. Die Befragungsergebnisse sollen dabei die thematische Grundlage für die Veranstaltung und für die Diskussion konkreter Unterstützungsangebote bilden.
Fachkräftemangel betrifft mehrere Branchen
Nach Angaben des Landkreises wächst der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften in vielen Branchen kontinuierlich. Besonders im Handwerk, im Gastgewerbe sowie im Pflege- und Gesundheitsbereich seien offene Stellen zunehmend schwer zu besetzen.
Doch es besteht auch Kritik
Kritiker einer vorrangigen Ausrichtung auf die Gewinnung internationaler Arbeits- und Fachkräfte weisen jedoch darauf hin, dass auch zahlreiche deutsche Staatsbürger im Landkreis und in der Region arbeitslos gemeldet sind. Sie vertreten die Auffassung, dass bei der Besetzung offener Stellen zunächst stärker die Vermittlung, Qualifizierung und Aktivierung des vorhandenen inländischen Arbeitskräftepotenzials berücksichtigt werden sollte. Aus ihrer Sicht sollte die Diskussion über den Fachkräftemangel daher nicht ausschließlich auf Zuwanderung und Integration ausgerichtet werden, sondern ebenso die Beschäftigungschancen einheimischer Arbeitsuchender in den Blick nehmen.
Zugleich verweist die Kreisverwaltung darauf, dass erfolgreiche Integration über den Arbeitsplatz hinausgeht. Wichtige Faktoren für eine langfristige Bindung an die Region sind demnach unter anderem Wohnen, Mobilität, Sprache, soziale Teilhabe und familiäre Perspektiven.
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