L.O Redaktion | Stadtverwaltung Niesky
Niesky startet Wettbewerb für Holzbausiedlung
Neue Ideen für ein Quartier am Albinmüllerweg gesucht
In Niesky startet ein europaweit offener Ideenwettbewerb für eine Musterholzbausiedlung am Albinmüllerweg. Gesucht werden Entwürfe für ein neues Wohnquartier, das an die lange Holzbau-Tradition der Stadt anknüpft und künftige Wege des Bauens mit Holz aufzeigen soll.
Ausgelobt wird der Wettbewerb von der Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH im Auftrag der Stadt Niesky. Das geplante Quartier soll auf einer rund 10.000 m2 großen Fläche am Albinmüllerweg entstehen. Die ausgezeichneten Entwürfe sollen später öffentlich präsentiert werden und als Grundlage für die Realisierung dienen.
Worum es im Wettbewerb geht
Im Mittelpunkt stehen moderne Wohngebäude in Holzbauweise sowie eine städtebauliche Gesamtplanung für das Quartier. Gefordert sind Konzepte, die mehrere Anforderungen verbinden:
- serielles und modulares Bauen
- kostengünstige Lösungen
- hoher Vorfertigungsgrad
- kreislauffähige Konstruktionen
- ressourcenschonende Baustoffe
- flexible Wohnkonzepte
- wirtschaftliche Umsetzbarkeit
Die spätere Siedlung ist als Demonstrationsprojekt gedacht. Sie soll Bauinteressierten, Fachleuten, Forschung und Ausbildung als Anlaufpunkt dienen.
Tradition des Holzbaus prägt Niesky bis heute
Niesky zählt laut den vorliegenden Angaben zu den bedeutenden historischen Standorten des industriellen Holzbaus in Europa. Die frühere Christoph & Unmack AG entwickelte sich dort bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Vorreiter des Holzfertigbaus. Mehrere Werkssiedlungen prägten das Stadtbild und dienten zugleich als Musterhauspräsentationen.
Die Siedlungen zeigten straßenzugweise ähnliche Bautypen und machten die Möglichkeiten des industriellen Holzbaus sichtbar. Der dadurch entstandene Gemeinschaftssinn lebt nach Angaben der Auslober bis heute im jährlich stattfindenden Holzhausfest weiter.
Auch der Architekt und Konstrukteur Konrad Wachsmann begann vor genau 100 Jahren seine Laufbahn bei Christoph & Unmack in Niesky. In einer überlieferten Aussage beschrieb er die Holzhausfabrik als prägenden Ort für seinen weiteren Weg im industriellen Bauen.
Stimmen zum Projekt
„Der offene Ideenwettbewerb bietet die Chance, diese Stärken zusammenzubringen und gemeinsam neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen zu setzen“, sagte Oberbürgermeisterin Kathrin Uhlemann. Ziel sei es, an die Holzbaugeschichte Nieskys anzuknüpfen und Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung wieder enger zu verbinden.
„Die ausgezeichneten Entwürfe sollen die Grundlage für die spätere Realisierung der Musterholzbausiedlung auf einem Grundstück inmitten der Stadt Niesky bilden“, sagte Sören Glöckner, Geschäftsführer der Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH.
Fristen für Bewerber
Der offene Ideenwettbewerb richtet sich an Planungsbüros, Holzbauunternehmen und interdisziplinäre Teams. Anmeldeschluss ist Freitag, 31.07.2026. Die Wettbewerbsarbeiten müssen bis Freitag, 30.10.2026 eingereicht werden.
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