L.o Redaktion | Peggy Ender, MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nachrichten aus dem Landkreis Görlitz
Lausitzer Seenland im MDR
Reportage zeigt Wandel, Chancen und offene Probleme
Im Lausitzer Seenland erzählt eine MDR-Reportage vom tiefgreifenden Wandel einer ganzen Region: Aus ehemaligen Tagebauen ist in der Lausitz eine große Wasserlandschaft entstanden, die touristisch und wirtschaftlich weiter wächst. Zu sehen ist die Folge „Vom Kohlerevier zum Segelparadies“ in der Reihe „Der Osten - Entdecke wo du lebst“ am Dienstag, 28.07.2026, 21:00 Uhr im MDR-Fernsehen. Bereits jetzt ist sie in der ARD Mediathek verfügbar.
Nach MDR-Angaben ist das Lausitzer Seenland die größte künstliche Wasserlandschaft Europas. Mehr als 20 geflutete Tagebaue gehören inzwischen dazu. Die fünf größten Seen sollen ab Ende Juni 2026 schiffbar miteinander verbunden sein.
Zwischen Tourismus und Bergbaufolgen
Wie stark sich die Region verändert hat, zeigt das Beispiel von Manuela Zahn am Senftenberger See. Sie begann dort vor 15 Jahren mit einem Bootsverleih, als die Entwicklung des Seenlands noch Zukunftsmusik war. Heute sind ihre Hausboote, Flöße, Kajaks und Segeljollen laut Bericht nahezu immer ausgebucht. Auch Segelscheine werden bei ihr gemacht.
Gleichzeitig macht die Reportage deutlich, dass der Umbau der Landschaft noch nicht abgeschlossen ist. An Uferbereichen kommt es weiterhin zu Sperrungen, weil sich Tagebauböschungen bewegen. Als problematisches Beispiel nennt der Bericht den Knappensee mit instabilen Uferzonen. Fachleute steuern und überwachen den Flutungsprozess in einer eigenen Zentrale. Uwe Steinhuber von der LMBV erklärt in der Reportage, dass dies eine Grundlage für den Wandel der Region ist.
Menschen aus der Lausitz prägen den Wandel
Im Mittelpunkt stehen mehrere Lausitzer, die den Strukturwandel aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erlebt haben. Dazu gehört Silke Butzlaff, die als „Kohlefrau“ vorgestellt wird. Jahrzehntelang arbeitete sie im Führerstand einer Abraumförderbrücke F60 und erlebte so den Bergbau direkt vor Ort. Heute steuert sie im Tagebau Welzow-Süd weiterhin schwere Maschinen und mischt sich in Debatten über die Zukunft des Reviers nach der Kohle ein.
Auch neue wirtschaftliche Ideen spielen eine Rolle. Cornelia und Andreas Wobar setzen auf Weinbau an den Böschungen der neu entstandenen Seen. Ihre Rebsorten heißen Pinotin, Johanniter und Solaris. Laut Bericht sind die Reben preisgekrönt und pilzresistent.
Neue Projekte am Partwitzer See
Am Nordufer des Partwitzer Sees investiert die Familie Morgenstern gemeinsam mit anderen in eine Ferienhaussiedlung. Geplant sind dort 31 Holzhäuser. Die ersten entstehen laut Reportage keine 10 Meter von der Wasserkante entfernt. Hinzu kommen Cafés und ein Hafen im Aufbau.
Karin Mietke sagt in der Sendung, die Idee für das Projekt sei bereits gut 20 Jahre alt. Ihr Heimatdorf liege heute auf dem Grund des Partwitzer Sees. Mit den neuen Häusern und Angeboten soll nicht nur der Tourismus gestärkt werden. Nach Darstellung der Reportage soll damit auch den Partwitzern ein Stück Heimat zurückgegeben werden.
Quelle MDR
Quelle MDR)
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