L.o Redaktion | Landkreis Oder-Spree
Schöneiche erhält neues Gymnasium
Vertrag über 42,3 Millionen € steht, Übergabe im Juli 2028.
Das Gymnasium in Schöneiche bei Berlin soll seine bisherigen Container gegen einen Neubau tauschen. Der Landkreis Oder-Spree hat am Dienstag, 29.09.2026, den Projektvertrag mit der Bietergemeinschaft Meyer Hochbau GmbH & Co. KG und HABAU Deutschland GmbH unterzeichnet. Das Auftragsvolumen beträgt rund 42,3 Millionen €. Schulgebäude und Sporthalle sollen am Montag, 17.07.2028, schlüsselfertig und betriebsbereit übergeben werden.
Über die Gestaltung und den geplanten Bauablauf informiert ein öffentlicher Abend am Montag, 12.10.2026, 18:00 Uhr, in der Kulturgießerei, An der Reihe 5, 15566 Schöneiche bei Berlin. Das beauftragte Unternehmen stellt dort den Neubau vor. Eingeladen sind Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Vertreter der Kommunalpolitik und alle interessierten Bürger aus Schöneiche.
Planung und Bau aus einer Hand
Der Kreisausschuss hatte die Vergabe am Donnerstag, 10.09.2026, beschlossen. Die beiden Unternehmen erhielten den Zuschlag nach einem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Sie übernehmen sämtliche Planungsleistungen sowie den Bau von Schulgebäude, Sporthalle und Außenanlagen bis zur schlüsselfertigen Übergabe.
„Das Planen-und-Bauen-Modell schafft frühzeitig Klarheit in der Planung und bei den Verantwortlichkeiten. Für den Auftraggeber bedeutet das eine hohe Kosten- und Terminsicherheit, für uns eine klare Aufgabenstellung. Gerade bei einem Projekt mit einem so ambitionierten Zeitplan ist das ein entscheidender Vorteil“, sagt Hauke Lattmann, Geschäftsführer der HABAU Deutschland.
Das Baurecht ist durch den Bebauungsplan geschaffen. Eine erste Abstimmung mit dem Bauordnungsamt in Beeskow ist für Mittwoch, 07.10.2026, vorgesehen. Der Spatenstich ist für 2027 geplant.
Drei Baukörper und eigene Bereiche für die Jahrgänge
Der Entwurf sieht drei modular aufgebaute Baukörper vor, die sich an der umliegenden Bebauung orientieren. Die Sporthalle wird mit dem Schulgebäude verbunden, erhält aber auch einen separaten Zugang von der Parkplatzseite. Geplant sind außerdem eine Aula und eine Bühne für das darstellende Spiel. Zur naturnahen Gestaltung des Geländes gehört eine Wildblumenwiese neben der Laufbahn.
„Mit dem Leitbild ‚Das Kleine im Großen wiederfinden‘ verbindet das neue Gymnasium in Schöneiche die Anforderungen eines modernen Schulbaus mit den Dimensionen seines städtebaulichen Umfelds“, erläutert Dr. Christian Kronaus, BDA.
Das offene Raumkonzept soll spätere Anpassungen ermöglichen. Bereiche können getrennt und Räume neu gebildet oder wieder aufgelöst werden. „Veränderungen sind später einfach möglich“, betonen Holger Seide, Bereichsleitung Meyer Hochbau, und Martin Mudrack, HABAU Geschäftsbereichsleitung Berlin.
Jeder Jahrgang soll eine eigene Zone zum individuellen Lernen und zur Betreuung erhalten. Lars Fischer von der VBD Beratungsgesellschaft für Behörden, die den Landkreis im Verfahren begleitet hat, hebt zudem die kurzen Wege zwischen Klassenräumen und Fachkabinetten hervor.
Schüler gestalten ihre künftige Schule mit
Der Landkreis hat das Raumprogramm und die schulorganisatorischen Rahmenbedingungen vorab mit der Schulleitung abgestimmt. Grundlage war das Musterraumprogramm des Bildungsministeriums. Kinder und Jugendliche wurden erstmals beim Tag der offenen Tür im Januar 2025 beteiligt.
Weitere Austauschformate zwischen Architekturbüro und Schule sind geplant. Dabei geht es um den Schulhof, die Ausstattung der Unterrichts- und Aufenthaltsräume, das Selbstlernzentrum, die Bibliothek sowie die Farben innen und außen. Auch bei der Namensgebung sollen die Schüler mitwirken.
Die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Seidler beschreibt die bisherige Unterbringung so: „Innen merkt man kaum, dass wir im Container sind. Von außen ist es aber ein ‚hässliches Entlein‘ in Schöneiche.“ Umso mehr freue sich die Schule, dass das Neubauprojekt nun beginne.
Foto/Grafik: Kronaus Mitterer Architekten + Klammer*Zeleny Architekten
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