Zukunft von LEADER ab 2028 ungewiss
Verein warnt vor Folgen für Dörfer, Vereine und Projekte
In der Spreewaldregion wächst die Sorge um die Zukunft des EU-Förderprogramms LEADER. Der Spreewaldverein e.V. hat bei seiner Mitgliederversammlung in Lübben am Donnerstag, 21.05.2026, verlässliche Unterstützung für den ländlichen Raum auch nach 2027 gefordert.
Nach Angaben des Vereins sind viele Projekte in Dörfern und Kleinstädten der Region durch LEADER angestoßen oder mitfinanziert worden. Dazu zählen die Unterstützung kleiner Unternehmen und Vereine, Begegnungsstätten, touristische Angebote sowie Infrastrukturmaßnahmen.
Unsicherheit bei der EU-FörderpolitikHintergrund sind aktuelle Vorschläge der Europäischen Kommission zur Neuordnung der Förderpolitik ab 2028. Nach Einschätzung des Spreewaldvereins ist unklar, welche Rolle der ländliche Raum künftig spielen wird. Der Verein befürchtet, dass Fördermittel stärker in andere Bereiche fließen könnten und Programme wie LEADER geschwächt werden.
Zusätzlich fehlen nach Darstellung des Vereins bislang feste Zusagen zur künftigen Finanzierung. Auch die bisher hohe Förderquote steht demnach zur Diskussion. Sollte der Eigenanteil für Projekte deutlich steigen, könnten kleinere Vorhaben künftig schwerer umzusetzen sein.
Forderungen aus der Spreewaldregion und aus BrandenburgDer Spreewaldverein e.V. setzt sich gemeinsam mit anderen LEADER-Regionen in Brandenburg dafür ein, dass auch ab 2028 ausreichend Mittel für den ländlichen Raum bereitgestellt werden. Zugleich soll die regionale Mitbestimmung erhalten bleiben.
- sichere finanzielle Ausstattung von LEADER auch nach 2027
- weiterhin hohe Förderquoten für kleine Projekte
- Erhalt der regionalen Entscheidungen vor Ort
Nach Angaben der Brandenburger LEADER-Regionen werden für die nächste Förderperiode in Brandenburg mindestens 300.000.000,00 € gefordert.
Wie LEADER funktioniertLEADER ist ein europäisches Förderprogramm für den ländlichen Raum. Über Projekte entscheiden nicht allein Ministerien oder Behörden. Vielmehr entwickeln Bürger, Vereine, Kommunen und Unternehmen gemeinsam Ideen für ihre Region. Die Lokalen Aktionsgruppen, kurz LAG, entscheiden anschließend, welche Vorhaben unterstützt und umgesetzt werden.
In Brandenburg gibt es 14 LEADER-Regionen. Sie decken laut Spreewaldverein rund drei Viertel der Landesfläche ab.
Zahlen aus BrandenburgFür den Zeitraum von 2014 bis 2022 nennt der Verein folgende Bilanz für Brandenburg:
- rund 2.100 umgesetzte Projekte
- etwa 390.000.000,00 € Fördermittel
- insgesamt rund 700.000.000,00 € ausgelöste Investitionen
- rund 500 geschaffene Arbeitsplätze
- mehr als 600 sanierte Gebäude
Davon profitierten nach Angaben des Vereins nicht nur Unternehmen und Kommunen. LEADER stärke auch das gesellschaftliche Leben in den Dörfern, unterstütze Vereine und schaffe Perspektiven für junge Menschen und Familien im ländlichen Raum.
„Wenn wir die Zukunftsaussichten auf dem Land ernsthaft verbessern wollen, braucht es dauerhafte und verlässliche Strukturen; auch finanziell. Unsere Dörfer und Kleinstädte dürfen nicht abgehängt werden. LEADER steht für lebendige Dörfer, regionale Ideen und echte Beteiligung. Deshalb braucht das Programm auch nach 2027 eine starke Zukunft.“
Der Spreewaldverein beteiligt sich nach eigenen Angaben aktiv an Gesprächen zur Zukunft von LEADER und stimmt dazu Positionen mit anderen Regionen ab. Forderungen werden auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene eingebracht.
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