L.o Redaktion | Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Kulturgutschutz startet in Cottbus
20 Museumsstandorte werden auf mögliche Notfälle vorbereitet.
In Cottbus/Chóśebuz ist der Startschuss für die „Offensive Kulturgutschutz“ des Museumsverbandes Brandenburg gefallen. Kulturministerin Dr. Manja Schüle übergab dem Stadtmuseum zwei Förderbescheide über insgesamt 32.000 €. Zudem erhielt das Museum eine vom Land finanzierte Notfallbox.
Von der Fördersumme fließen 20.000 € in die „Offensive Kulturgutschutz“. Weitere 12.000 € sind für das Leitbildverfahren des Stadtmuseums vorgesehen.
Das Pilotprojekt zur Notfallvorsorge für bewegliches Kulturgut beginnt im September 2026 in Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße/Sprjewja-Nysa. Zunächst sollen Risiken an etwa 20 Museumsstandorten untersucht werden. Im Jahr 2027 sollen daraus individuelle Notfallpläne entstehen.
Die Modellregion wurde ausgewählt, weil dort seit 2024 ein Notfallverbund besteht. Museen, Archive, Bibliotheken und weitere Einrichtungen arbeiten darin zusammen. Beteiligt sind unter anderem Standorte in Cottbus, Forst, Spremberg und Guben sowie die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.
Langfristig soll aus den Erfahrungen ein Konzept entstehen, das sich auf alle Landkreise Brandenburgs übertragen lässt. Geplant ist außerdem eine Anleitung, mit der Einrichtungen eigene Notfallpläne erstellen können.
„Kulturgutschutz darf nicht erst beginnen, wenn das Wasser bereits im Depot oder die Feuerwehr vor der Tür steht“, erklärte Dr. Arne Lindemann, Geschäftsführer des Museumsverbandes Brandenburg. Risiken und Zuständigkeiten müssten bereits vor einem Schadensfall geklärt sein.
Die übergebene Notfallbox enthält Materialien und Werkzeuge zur Bergung, Reinigung und Sicherung beschädigter Objekte. Sie hilft außerdem bei der Dokumentation von Schäden und der Evakuierung von Kulturgut. Besonders bei kleineren Wasser- oder Brandschäden sollen Einrichtungen damit unmittelbar erste Sicherungsmaßnahmen einleiten können.
Das Kulturministerium hatte bereits im vergangenen Jahr die Anschaffung von 17 solcher Boxen mit rund 16.000 € gefördert.
Die Städtischen Sammlungen Cottbus mit Stadtmuseum, Stadtarchiv und Wendischem Museum umfassen rund eine Million Objekte. Dazu gehören naturkundliche, geologische, archäologische und kulturhistorische Zeugnisse aus Cottbus und der Region. Die Geschichte des Stadtmuseums reicht bis 1887 zurück. Seit 2015 befindet es sich im historischen Sparkassengebäude in der Bahnhofstraße 22.
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