Neue Publikation zur sorbischen Sprachplanung
Konferenzbericht und Thesenpapier zur Institutionalisierung
Cottbus/Chóśebuz steht im Mittelpunkt einer neuen Veröffentlichung des Sorbischen Instituts. Das Institut hat das elfte Heft der Reihe Sorabistische Arbeitspapiere herausgegeben. Im Fokus stehen Strukturen und Prozesse einer koordinierten Sprachplanung für die beiden sorbischen Sprachen und damit ein Thema mit direkter Bedeutung für die Lausitz.
Die Publikation trägt den Titel „Institutionalisierung von Sprachplanung. Bericht und Thesenpapier zur internationalen Konferenz ‚Language revitalisation planning: structures and processes‘, Cottbus/Chóśebuz, 8.-9. Mai 2025“. Sie fasst die Ergebnisse der internationalen Konferenz in Cottbus/Chóśebuz zusammen und ergänzt diese erstmals in der Reihe um ein eigenes Thesenpapier.
Ergebnisse aus Cottbus/ChóśebuzNach Angaben des Sorbischen Instituts widmet sich das Arbeitspapier einem Forschungsfeld, das bisher nur wenig beleuchtet wurde: der Institutionalisierung von Sprachplanung. Die Autoren fragen, wie eine effektive und koordinierende Sprachplanung für Ober- und Niedersorbisch organisiert werden könnte und welche Erfahrungen aus anderen europäischen Minderheitenregionen sich auf die Lausitz übertragen lassen.
Die zugrunde liegende Konferenz brachte in Cottbus/Chóśebuz Vertreter von zwölf europäischen Minderheitensprachen zusammen. In die Publikation flossen neben wissenschaftlichen Beiträgen auch praktische Erfahrungen ein. Dazu sagte Co-Autorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sorbischen Institut, Anastasija Kostiučenko-Kessler:
25 Thesen für die weitere Debatte„Wir freuen uns besonders, dass auch praktische Erfahrungen in das Heft eingeflossen sind. Zahlreiche Akteure aus der Praxis haben an der Konferenz teilgenommen und ihre Expertise mit den Wissenschaftlern geteilt.“
Neu ist, dass das Heft zusätzlich ein Thesenpapier mit 25 Thesen enthält. Erarbeitet wurde es von Wissenschaftlern des Sorbischen Instituts gemeinsam mit dem Netzwerk für sorbische Sprache und regionale Identität, kurz ZARI.
Die Thesen sollen als Grundlage für weitere Diskussionen zur Institutionalisierung von Sprachplanung dienen, besonders mit Blick auf die sorbischen Sprachen. Genannt werden unter anderem:
- eine jeweils auf das Land Brandenburg und den Freistaat Sachsen bezogene Sprachplanung
- eine übergeordnete Abstimmung allgemeiner Grundsätze, Ziele und Handlungsbereiche
- Beispiele für solche Handlungsbereiche wie Digitalisierung und Lehrkräfteausbildung
Das Heft erscheint 2026 im Sorbischen Institut in Budyšin als Sorabistische Arbeitspapiere, Heft 11. Es umfasst 33 Seiten. Genannt werden als Autoren A. Kostiučenko, M. Nowak, J. Běrinkowa, L. Laschewski und S. Rädel.
Zur Schriftenreihe teilt das Sorbische Institut mit, dass dort Arbeiten und Berichte, meist aus eigenen Projekten, veröffentlicht werden. Dazu zählen Positions- und Konzeptpapiere sowie Dokumentationen aus dem laufenden Arbeitsprozess. Die Hefte sind unter Open-Access-Bedingungen auf dem Publikationsserver des Instituts verfügbar.
Serbski institut (2026)
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