L.o Redaktion | Stadt Cottbus
Cottbuser Mauerort wird Lernort
Stadt unterstützt Ausbau des Platzes zum Erinnerungsort
In Cottbus/Chóśebuz sollen die vier Segmente der Berliner Mauer auf dem Platz der Deutschen Einheit stärker als Bildungs- und Erinnerungsort zur deutschen Teilung profiliert werden. Eine entsprechende Anregung des Vereins Aufarbeitung Cottbus e.V. hat Oberbürgermeister Tobias Schick in einem gemeinsamen Gespräch aufgegriffen und Unterstützung zugesichert.
Die Mauersegmente stehen seit 2011 auf dem Platz der Deutschen Einheit neben dem Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie sind eine Dauerleihgabe der Stiftung Berliner Mauer. Initiiert wurde der Gedenkort von Stiftungsdirektor Prof. Axel Klausmeier und dem früheren BTU-Professor Leo Schmidt.
Ort für Erinnerung und Einordnung
Oberbürgermeister Tobias Schick erklärte, es gehe nicht darum, Geschichte zurechtzurücken. Vielmehr sollten Besucher, vor allem junge Leute, befähigt werden, Geschichte und Gegenwart selbst zu bewerten und einzuordnen. Der Gedenkort sei damit auch ein Bildungsort. Das räumliche Zusammenspiel mit der Universitätsbibliothek mache den Ort zudem zu einem Wahrzeichen der Stadt.
Auch der Verein Aufarbeitung Cottbus e.V. sieht in dem Standort eine besondere Chance. Vereinsvorsitzender Christoph Polster betonte, Geschichte sei hier mit den Händen zu greifen. Wichtig sei, dass verschiedene Generationen miteinander sprechen, zuhören und ihre unterschiedlichen Sichtweisen einbringen. Das Denkmal gehöre in das kulturelle Gedächtnis der Stadt, auch wenn die Mauer einst in Berlin verlief.
Schulen, Unternehmen und Initiativen sollen eingebunden werden
In den nächsten Monaten sollen neben der BTU Cottbus-Senftenberg und der Stiftung Berliner Mauer auch umliegende Schulen, Cottbuser Unternehmen und Initiativen für die weitere Profilierung gewonnen werden. Erste Ideen sind die Installation eines digitalen Informationsbildschirmes sowie Abstimmungen zu baulichen Aufgaben und zum Umgang mit Graffiti, die nicht zu den Originalen gehören.
Nach Vorstellung der Beteiligten soll der Ort auch stärker mit weiteren geschichtsträchtigen Plätzen in Cottbus/Chóśebuz vernetzt werden. Genannt wurden unter anderem das Projekt Stolpersteine, das Menschenrechtszentrum und die Erinnerung an den Bombenangriff vom 15. Februar 1945.
Historischer Hintergrund
Der Bau der Berliner Mauer begann am 13. August 1961. Friedliche Massenproteste in der DDR führten am 09. November 1989 zur ersten Grenzöffnung und damit zum Fall der Mauer.
Foto: Stadt Cottbus/Chóśebuz
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