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Kultur aktuell
Wenn der Rosengarten zur Bühne wird
Der Rosengartensonntag zwischen Gartentradition und neuen Erlebnisformaten
Der Ostdeutsche Rosengarten Forst (Lausitz) ist weit mehr als eine Sammlung blühender Rosen. Seit seiner Entstehung aus einer großen Rosen- und Gartenausstellung im Jahr 1913 verbindet der Park Gartenkunst, Landschaftsgestaltung, Kultur und öffentliche Begegnung. Bereits die historische Ausstellung wurde von einem umfangreichen Begleitprogramm mit Konzerten, Schauen und weiteren Veranstaltungen begleitet.
Diese Verbindung von Park und Programm prägt den Rosengarten bis heute. Neben den großen Rosengartenfesttagen hat sich der Rosengartensonntag als eigenes Veranstaltungsformat etabliert. Unter dem Leitgedanken „Entspannen, Genießen & Entdecken“ lädt er regelmäßig zu Flanierprogramm, Gartenkonzerten, Kleinkunst und kulinarischen Angeboten ein. Der Garten ist dabei nicht nur Veranstaltungsort, sondern selbst Teil des Erlebnisses.
In den vergangenen Jahren haben sich die Rosengartensonntage immer wieder unterschiedlichen Themen geöffnet. 2025 stand die Reihe unter dem Motto „Mit der Rose um die Welt“ und verband Gartenerlebnis, Musik, Tanz, internationale Einflüsse und weitere künstlerische Beiträge. So zeigte sich, dass ein historischer Park auch Raum für zeitgenössische Formen und neue kulturelle Perspektiven bieten kann.
Auch 2026 setzt der Rosengartensonntag auf eine Mischung aus Natur, Wissen, Genuss, Musik und Begegnung. Der dritte Rosengartensonntag Ende August trägt den bewusst zugespitzten Titel „Hanf – süchtig nach Garten“. Das Motto soll neugierig machen und eine Auseinandersetzung mit einem Thema anstoßen, das gesellschaftlich weiterhin kontrovers diskutiert wird. Eine Podiumsrunde beschäftigt sich mit „Zwei Jahre legales Cannabis – Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen“.
Rosentrance: Ein neues Veranstaltungsformat
Am Abend folgt mit „Rosentrance“ ein neues Veranstaltungsformat. Von 19 bis 22 Uhr verwandeln DJ Easy Pebble und das Team von Unisono Event den Bereich an den Großen Wasserspielen in einen audiovisuellen Erlebnisraum. Ambient, organische Sounds, Klangflächen, subtile Rhythmen und Licht sollen sich mit Rosen, Wasser, Landschaft und einsetzender Dämmerung verbinden. Dabei geht es nicht um eine klassische Party und auch nicht um eine spektakuläre Show. „Rosentrance“ versteht sich vielmehr als Einladung, den Rosengarten für einige Stunden anders wahrzunehmen. Der Park soll nicht übertönt, sondern durch Musik, Licht und Atmosphäre neu erfahrbar werden.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie kann sich ein historischer Park weiterentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren? Und wie lassen sich neue Besuchergruppen ansprechen, ohne die Menschen aus dem Blick zu verlieren, die dem Rosengarten seit vielen Jahren verbunden sind?
Im folgenden Interview spricht Ute Hachenberger, Team Veranstaltungen vom Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst (Lausitz) über neue Formate, jüngere Zielgruppen und die Balance zwischen Gartentradition und zeitgemäßem Veranstaltungserlebnis. Sie erklärt, warum der Park immer die Hauptrolle behalten soll – und weshalb „Rosentrance“ möglicherweise der Auftakt zu einer neuen Generation von Rosengartensonntagen sein könnte.
„Der Park bleibt die Hauptrolle.“
Ute Hachenberger (vom Team Veranstaltungen vom Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst (Lausitz) im Gespräch über Events im Rosengarten
Der Rosengartensonntag Ende August fällt ein wenig aus dem bisherigen Rahmen – einerseits thematisch, andererseits mit dem neuen Format „Rosentrance“. Wie fügt sich dieses Konzept in die Idee der Rosengartensonntage ein?
Beides gehört zusammen. Wir möchten den Rosengartensonntag weiterentwickeln, ohne seine Grundidee zu verändern. Mit „Rosentrance“ probieren wir ein modernes Format aus, das neue Besuchergruppen anspricht und den Park auf eine andere Art erlebbar macht. Gleichzeitig bleiben Natur, Begegnung und der besondere Charakter des Rosengartens im Mittelpunkt.
Der Rosengarten steht für Ruhe und Naturerlebnis. Wie gelingt es, ein Veranstaltungsformat zu entwickeln, das diese Qualität nicht überlagert, sondern ergänzt?
Genau das war unser Anspruch. Die Veranstaltung soll den Park nicht übertönen, sondern seine Atmosphäre unterstreichen. Deshalb setzen wir bewusst auf ein entspanntes Format, das Raum für Begegnungen, Gespräche und das besondere Ambiente des Gartens lässt. Der Park bleibt die Hauptrolle – das Programm ergänzt ihn. Neue Formate sollen den Ort bereichern und seine Besonderheiten sichtbar machen, nicht sie verdrängen.
Das Motto lautet „Hanf – süchtig nach Garten“. Warum haben Sie sich für diesen bewusst ungewöhnlichen Titel entschieden?
Der Titel soll neugierig machen und Menschen ins Gespräch bringen. Uns geht es nicht um Provokation um ihrer selbst willen, sondern darum, Vorurteile abzubauen und unterschiedliche Perspektiven aufzuzeigen. Die Podiumsdiskussion über zwei Jahre Cannabis-Legalisierung bietet dafür den passenden Rahmen.
Welche Besucher möchten Sie mit solchen Formaten künftig stärker erreichen?
Vor allem jüngere Erwachsene und Familien. Gleichzeitig bleiben unsere langjährigen Besucherinnen und Besucher ein wichtiger Teil des Rosengartens. Es geht nicht darum, Zielgruppen auszutauschen, sondern den Kreis der Menschen zu erweitern, die den Rosengarten für sich entdecken.
Ist „Rosentrance“ eher ein einmaliges Experiment oder der Beginn einer neuen Entwicklung?
Das wird sich nach der Veranstaltung zeigen. Wir verstehen das Format bewusst als Versuch. Wenn es gut angenommen wird, können wir uns gut vorstellen, daran anzuknüpfen und weitere neue Formate zu entwickeln. Wichtig ist dabei immer, dass jede Veranstaltung zum Rosengarten passt.
Welche Erfahrungen möchten Sie aus diesem Abend für die Zukunft mitnehmen?
Uns interessiert vor allem, wie das Publikum die Veranstaltung erlebt. Erreichen wir neue Besucher? Wird die besondere Atmosphäre angenommen? Welche Elemente funktionieren besonders gut? Diese Erfahrungen werden in die Planung der kommenden Jahre einfließen.
Welche Rolle könnten künftig Abendveranstaltungen und neue Inszenierungsformen spielen?
Wir sind offen für neue Ideen, solange sie den Charakter des Rosengartens unterstützen. Gerade Abendveranstaltungen schaffen eine besondere Atmosphäre. Gleichzeitig möchten wir den Garten weiterhin mit klassischen Gartenthemen bespielen. Formate wie Vogelführungen oder Kräuterworkshops zeigen, dass sich Tradition und neue Ideen sehr gut miteinander verbinden lassen.
Wann wäre „Rosentrance“ für Sie ein Erfolg?
Ein Erfolg wäre für uns, wenn Menschen den Rosengarten neu entdecken und gerne wiederkommen. Natürlich freuen wir uns über neue Besucher und eine größere Reichweite. Entscheidend ist aber, dass der Rosengarten als lebendiger Ort wahrgenommen wird – als Ort, an dem Natur, Kultur und Begegnung zusammenkommen.
Überblick
Der Rosengartensonntag „Hanf – süchtig nach Garten“ findet am Sonntag, 30. August 2026, von 14 bis 22 Uhr im Ostdeutschen Rosengarten Forst statt. „Rosentrance“ mit DJ Easy Pebble (Foto: Thomas Goethe/Bearbeitung: Tudyka.PR/AI) beginnt um 19 Uhr an den Großen Wasserspielen und bildet den atmosphärischen Abschluss des Veranstaltungstages.
Mehr Informationen: www.rosengarten-forst.de
Foto: Jolanta Imbierska
Fotos: Jolante Imbierska
Foto: Thomas Goethe/Grafische Inszenierung: Tudyka.PR/AI
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