L.o Redaktion | Serbski Institut
Internationaler Sorbischkurs in Bautzen
Urkunden zum Abschluss, 23 Prüfungen auf A1 bis C1.
In Bautzen ist am Freitag, 08.08.2025, der Internationale Sommerkurs für sorbische Sprache und Kultur des Sorbischen Instituts zu Ende gegangen. Vom 24.07.2025 bis 08.08.2025 nahmen 40 Menschen aus zehn Ländern an dem Intensivkurs teil. Zum Abschluss überreichte Dr. Fabian Kaulfürst allen Teilnehmern ihre Urkunden, teils mit Sprachzertifikat.
Für die Region ist der Kurs seit Jahren ein wichtiger Treffpunkt für Menschen, die sich mit der sorbischen Sprache und Kultur beschäftigen. Seit dem ersten Sommerkurs haben insgesamt 906 Interessierte die sorbische Sprache in diesem Format gelernt, meist in Bautzen.
23 Prüfungen für das Sprachzertifikat
23 der 40 Kursteilnehmer legten in diesem Jahr die Prüfung für das Sprachzertifikat Obersorbisch ab. Das ist nach Angaben des Sorbischen Instituts eine neue Höchstzahl. Die Prüfungen fanden auf den Niveaustufen A1 bis C1 nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen statt. Abgenommen wurden sie vom WITAJ Sprachzentrum.
„Der Erfolg des Kurses zeigt sich unter anderem auch daran, dass in diesem Jahr 23 Kursteilnehmer die Prüfung für das Sprachzertifikat Sorbisch absolvieren. Diese neue Höchstzahl freut mich als Kursleiter natürlich besonders. Ich danke dem WITAJ Sprachzentrum, das jeweils am Kursende die Prüfungen abnimmt“, sagt Dr. Fabian Kaulfürst.
Lernen in fünf Gruppen
Die Teilnehmer waren zwischen 21 und 74 Jahre alt, darunter 24 Studierende. Je nach Vorkenntnissen lernten sie in fünf Unterrichtsgruppen Obersorbisch, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen.
Neben dem täglichen Unterricht gab es 16 Vorträge und Angebote zu sorbischer Kultur, Sprache und Medien. Dazu gehörten auch Beiträge aus der Reihe „Sorabistik vor Ort“, die das Sorbische Institut anlässlich seines Jubiläums zusammengestellt hat.
Exkursionen durch die Oberlausitz
Zwei Exkursionen führten die Gruppe durch die Oberlausitz. Auf dem Programm standen in der nördlichen Oberlausitz Klix, Spreewiese, Uhyst/Spree, Lohsa und Groß Särchen. Dort trafen die Kursteilnehmer auch weitere Lernende aus dem neunmonatigen ZARI-Domoj-Sprachkurs.
Die zweite Exkursion führte in die sorbisch-katholische Oberlausitz mit Stationen in Crostwitz, dem Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau, Räckelwitz und Schmeckwitz.
Volkslieder, Tänze und Filmabend
Zum Kurs gehörte auch ein kulturelles Abendprogramm mit Spiel, Lied und Tanz. Die Teilnehmer lernten mehrere sorbische Volkslieder und fünf Volkstänze kennen. Ein besonderes Erlebnis war das Anprobieren der Hoyerswerdaer sorbischen Tracht.
Zusätzlich ermöglichte die Schriftstellerin und Filmemacherin Grit Lemke die Vorführung ihres Films „Bei uns heißt sie Hanka“.
Lange Tradition seit 1967
Der Internationale Sommerkurs für sorbische Sprache und Kultur findet alle zwei Jahre statt. Seit 1967 haben nach Angaben des Sorbischen Instituts 906 Personen in den Sommerferien intensiv Sorbisch gelernt. Die Mehrheit der Teilnehmer kommt aus dem akademischen und slawistischen Umfeld.
Fotos: Sorbisches Institut / Angelika Ortner (2026)
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