L.o Redaktion | BTU Cottbus-Senftenberg
Rettungsdrohnen für Lausitzer Seen
BTU-Forschende entwickeln mathematisches Optimierungsmodell für den Einsatz autonomer Flugsysteme
In der Lausitz arbeitet ein Forschungsteam der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg an einem System, das Einsätze auf großen Seen beschleunigen soll. Ziel ist es, Menschen in Not auf dem Wasser schneller zu finden und die Rettungskräfte gezielt zu unterstützen.
Grundlage ist ein neues mathematisches Verfahren, mit dem autonome Drohnen so platziert und gesteuert werden sollen, dass sie Ertrinkende schneller entdecken. Die Studie dazu ist jetzt in der Fachzeitschrift Optimization and Engineering bei Springer Nature erschienen.
Große Seen, wenig Personal
Nach Angaben im Forschungsbericht zählt Ertrinken weltweit zu den häufigsten Todesursachen durch unbeabsichtigte Verletzungen. Die Weltgesundheitsorganisation nennt rund 236.000 Todesfälle pro Jahr. Auch in Deutschland ist die Zahl der Ertrinkungsopfer zuletzt gestiegen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft registrierte 2025 bundesweit 393 Todesfälle. Davon entfielen 85 Prozent auf Binnengewässer wie Seen, Flüsse und Kanäle.
Gerade an weitläufigen Gewässern ist die Überwachung oft schwierig. Viele Bereiche werden wegen Personalmangels gar nicht oder nur zeitweise von Rettungsschwimmern beobachtet. Hinzu kommt, dass Ertrinken meist lautlos verläuft und Betroffene oft nicht auf sich aufmerksam machen können.
Hangars am Ufer, Hilfe aus der Luft
Im Forschungsprojekt RescueFly entstand deshalb die Idee eines Drone-in-a-Box-Systems. An geeigneten Stellen am Ufer sollen wetterfeste Hangars aufgebaut werden. Darin stehen mehrere Typen unbemannter Flugsysteme bereit.
Geht bei der Leitstelle ein Notruf ein, starten die Drohnen automatisch und fliegen zum Einsatzgebiet. Dort sollen sie den in Not geratenen Schwimmer per Kamera und Bildverarbeitung erkennen und ein sich selbst aufblasendes Rettungsmittel abwerfen.
Wichtig ist den Forschenden dabei: Die Technik ist als Ergänzung zu klassischen Rettungskräften gedacht, nicht als Ersatz.
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