SORABICON: neues Inventar online
Hilfe bei der Suche nach wendischen Druckwerken
Das Sorbische Institut hat im sorabistischen Wissensportal SORABICON ein neues digitales Angebot veröffentlicht, das besonders für die Niederlausitz und die sorbisch-wendische Kultur von Bedeutung ist. Neu online ist ein Inventar des gesamten gedruckten niedersorbischen und wendischen Schrifttums von den Anfängen bis zum Jahr 2024.
Die Sammlung listet bibliografische Angaben zu den erfassten Druckwerken auf. Dazu gehören Titel, Autor, Übersetzer, Seitenanzahl, Verlag, Verleger, Herausgeber, Ort und Erscheinungsjahr. Bei vielen genannten Personen finden sich außerdem Verweise in die Gemeinsame Normdatei, die eine eindeutige Zuordnung von Personen, Orten und Werken ermöglicht.
Direkter Zugang zu Quellen und LesetextenEin großer Teil der Daten stammt aus der Sorbischen Bibliographie. Im Inventar werden entsprechende Verweise systematisch angegeben. Für historisches Schrifttum bis 1945 gibt es zusätzlich Hinweise auf die Niedersorbische Digitale Bibliothek sowie auf Scans originaler Drucke in verschiedenen Bibliotheken, die direkt am Bildschirm gelesen werden können.
Was SORABICON bietet„Seit vielen Jahren schon arbeiten wir für das Niedersorbische an einem außergewöhnlichen, nur für eine ‚Kleine Sprache‘ überhaupt möglichen Vorhaben: einem vollständigen Textkorpus der Schriftsprache, wie sie sich in Drucken seit Anfang des 18. Jahrhunderts widerspiegelt. Ein Großteil ist bereits veröffentlicht, der Rest folgt bis 2029. Das jetzt durch Dr. Fabian Kaulfürst zusammengestellte und durch aufwendige Recherchen angereicherte und verbesserte ‚Inventar‘ bildet die Grundlage für dieses ‚Vollkorpus‘ – und zugleich bietet der Überblick einen direkten Zugang zu vorhandenen Lesetexten und Faksimiles“, so Projektleiter Prof. Dr. Hauke Bartels.
SORABICON ist ein mehrsprachiges, modular aufgebautes digitales Nachschlagewerk des Sorbischen Instituts. Es richtet sich an alle, die sich für sorbische Kultur, Sprache und Geschichte interessieren. Das Portal bündelt Artikel, Fotos, Videos, O-Töne von Zeitzeugen und weiteres Material.
Derzeit sind zwölf Sammlungen veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem Beiträge zum lebendigen Kulturerbe in der Niederlausitz, zu sorbischen Spuren in Varnsdorf, zur Schleifer Sprachlandschaft sowie das digitale Sorbische Kulturlexikon. Nach Bedarf kommen neue Sammlungen mit Ergebnissen der sorabistischen Forschung hinzu.
Gemeinsame Normdatei einfach erklärtDie Gemeinsame Normdatei, kurz GND, wird unter Federführung der Deutschen Nationalbibliothek geführt. Sie funktioniert wie ein zentrales Verzeichnis, das unterschiedliche Schreibweisen und Bezeichnungen von Personen, Orten oder Werken in einem eindeutigen Eintrag zusammenführt. Damit lassen sich Angaben in Forschung und Bibliotheken besser zuordnen.
Grafik: Sorbisches Institut / Serbski institut (2026)
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