L.o Redaktion | Landkreis Oder Spree
Beeskow: Klinikbetrieb für 2027 gesichert
Kreis stellt sieben Millionen Euro als Kredit bereit.
Der Landkreis Oder-Spree stellt einen Liquiditätskredit über 7.000.000 € bereit, um den Betrieb des Oder-Spree Krankenhauses in Beeskow für 2027 zu sichern. Der Kreistag stimmte dem Kredit am Mittwoch, 07.10.2026, zu. Zugleich beschloss er ein Bieterverfahren, um mögliche Interessenten für eine Übernahme von Gesellschafteranteilen zu ermitteln. Über die langfristige Ausrichtung des Krankenhauses ist noch nicht entschieden.
Ziel der Beschlüsse ist es, die medizinische Versorgung vor Ort zu erhalten und möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Der Kredit schafft zunächst finanzielle Sicherheit für 2027. Für die Zeit danach soll eine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden werden.
Drei Zukunftsmodelle werden geprüft
Hintergrund ist die bundesweite Krankenhausreform. Sie verändert die Anforderungen an medizinische Leistungen, Personal und Strukturen. Auch das Oder-Spree Krankenhaus muss deshalb seine Ausrichtung überprüfen. Die künftigen Rahmenbedingungen sind nach den vorliegenden Angaben noch unklar.
Für den Standort werden weiterhin drei Möglichkeiten geprüft:
- Die Fortführung als Krankenhaus der Grundversorgung. Dafür wären weiterhin finanzielle Zuschüsse des Landkreises erforderlich.
- Die Entwicklung zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung, die ambulante und stationäre Behandlungen stärker verbindet.
- Die Veräußerung von Gesellschafteranteilen an einen anderen Träger.
Bieterverfahren bedeutet noch keinen Verkauf
Mit dem strukturierten Bieterverfahren soll der Landkreis klären, ob geeignete Interessenten vorhanden sind und welche Perspektiven sie für das Krankenhaus bieten. Die Kriterien und Anforderungen werden mit dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit sowie dem Kreisausschuss abgestimmt. Maßgeblich sind die medizinische Versorgung in der Region und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.
Der Auftrag für das Verfahren ist ausdrücklich keine Entscheidung zum Verkauf von Gesellschafteranteilen. Er soll ermöglichen, diese Option ebenso fundiert zu bewerten wie die beiden anderen Modelle. Die Prüfungen laufen parallel weiter.
Landrat Frank Steffen erklärt:
„Die Entscheidung des Kreistages zeigt, dass uns die Zukunft unseres Krankenhauses gemeinsam am Herzen liegt. Wir haben den Betrieb für 2027 abgesichert und gehen jetzt die nächsten Schritte an. Entscheidend ist für mich, dass die Menschen hier weiterhin gut medizinisch versorgt werden und möglichst viele Beschäftigte eine Perspektive behalten. Daran müssen sich alle möglichen Lösungen messen lassen.“
In den kommenden Monaten sollen die Zukunftsmodelle geprüft und miteinander verglichen werden. Dabei sollen die medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung, die Interessen der Beschäftigten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
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