L.o Redaktion | BTU Cottbus-Senftenberg
BTU macht Lausitz fit für neue Fertigungstechniken
Bundesmittel fördern Wissenstransfer und berufliche Qualifizierung
Die BTU Cottbus-Senftenberg erhält für das Projekt taf II insgesamt 16,1 Millionen Euro aus dem STARK-Bundesprogramm. Bis Mitte 2030 sollen damit Technologietransfer, Weiterbildung und die Vernetzung mit regionalen Unternehmen ausgebaut werden. Das teilte die Universität am 13.10.2026 mit. Ein weiterer Bestandteil ist die Begleitung des geplanten Umzugs der chesco Forschungsfabrik in den Lausitz Science Park.
Weiterbildung für die betriebliche PraxisDas Nachfolgeprojekt von taf I wird vom Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (chesco) getragen. Forschungswissen aus mehr als 30 Fachgebieten der Universität soll insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen erreichen. Inhaltlich geht es um additive und subtraktive Fertigung, Messtechnik sowie digitale Technologien.
Geplant ist ein modulares berufliches Weiterbildungsprogramm mit Micro Credentials und zertifizierten Weiterbildungspfaden an der BTU. Unternehmen sollen nach Darstellung der Hochschule befähigt werden, ressourceneffiziente Prozesse, Kreislauffähigkeit und digitale Vernetzung praktisch einzusetzen. Dazu zählen etwa vorausschauende Wartung und die Überwachung von Produktionsdaten in Echtzeit.
Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle verbindet damit die Erwartung, Fachkräfte gezielt für moderne und nachhaltige Fertigung zu qualifizieren. Nach Angaben der BTU wurden im Vorgängerprojekt 21 Weiterbildungsworkshops durchgeführt. Fast die Hälfte der Teilnehmenden erhielt ein universitäres Zertifikat.
Umzug geplant, bisheriger Standort bleibt aktivDer chesco Neubau ist auf einer rund fünf Hektar großen Fläche im Lausitz Science Park vorgesehen. taf II begleitet die Überführung der bestehenden Forschungsfabrik dorthin. Bis zum Umzug bleibt die Infrastruktur in Cottbus-Dissenchen voll funktionsfähig, einschließlich Entwicklungs-, Fertigungs- und Testkapazitäten.
Die Förderung ist dabei von einer Baufinanzierung zu unterscheiden: Das STARK-Bundesprogramm unterstützt laut Mitteilung nicht-investive Projekte zur nachhaltigen Transformation der Kohleregionen. Der Lausitz Science Park soll nach den Plänen der Universität Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups und weitere Strukturwandelprojekte zusammenbringen.
Erste Anwendungen und noch offene AusbauzieleFür taf I nennt die BTU konkrete Kooperationsergebnisse. Gemeinsam mit der Orthopädie- und Reha-Team Zimmermann GmbH entstand eine neuartige 3D-Druck-Struktur für individuelle Orthesen. Sie befindet sich derzeit im Patentverfahren. Mit additiveStream4D GmbH arbeitet chesco an der Optimierung der Hybridfertigung von Metall-3D-Druckstrukturen.
Zugleich ist der Aufbau der Forschungsfabrik noch nicht abgeschlossen. In Cottbus-Dissenchen sind laut BTU 65 Prozent der insgesamt 150 geplanten Maschinen, einer von acht geplanten Prüfständen und 43 Prozent der digitalen Kompetenzen realisiert. Für die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen wurden bislang 28 schriftliche Absichtserklärungen unterzeichnet.
Die bisherige chesco Kontaktkonferenz soll im Rahmen von taf II zu einer Fachtagung weiterentwickelt werden.
Foto: BTU, Sascha Thor
Ähnliche Beiträge
Gesellschaft
Nach Brandbrief: Fortschritte bei Schulgewalt in Cottbus
Sport
„Night of Fighters“
Strukturwandel
Strukturwandel in Cottbus nimmt Gestalt an
Gesellschaft
Landesauszeichnung für Feuerwehrleute aus Elbe-Elster
Politik
Minister und Ministerin besuchen Medizin-Uni
Wirtschaft
Cottbus zeichnet seine Besten aus
Wirtschaft
Lausitzer Wasserhaushalt & Energieindustrie nach der Kohle

