L.o Redaktion
Nach Brandbrief: Fortschritte bei Schulgewalt in Cottbus
Sicherheitsdienst, Prävention und separate Lerngruppen sollen helfen
Nach schweren Gewalttaten an Cottbuser Schulen sieht Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) erste Teilerfolge. Verschiedene Maßnahmen hätten das Sicherheitsgefühl auf dem Schulhof verändert, sagte er bei einer Pressekonferenz in Cottbus. Im Mittelpunkt standen zuvor die Regine-Hildebrandt-Grundschule und der Stadtteil Sachsendorf. Eine Entwarnung verband Schick mit seiner Einschätzung nicht.
Sicherheitsdienst und Unterstützung für Familien
Nach Schicks Angaben haben Gefährderansprachen in einzelnen Familien und der Einsatz eines Sicherheitsdienstes an besonders betroffenen Schulen Wirkung gezeigt. Zugleich entwickele sich eine größere Sensibilität für die Probleme. Den Sicherheitsdienst bezeichnete er als zunächst befremdlich, bewertete dessen Einsatz aber als wirksam.
Zusätzlich seien Präventionsmaßnahmen eingeführt worden. Die Stadt versuche, Familien frühzeitig zu stärken und ihnen Hilfe anzubieten. Bestimmte gewalttätige Kinder seien aus der Schule genommen worden und würden gesondert unterrichtet. Schick betonte, dass die Probleme nicht auf einen Schlag verschwänden. Entscheidend sei, sie offen anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu suchen.
Eltern machten schwere Übergriffe öffentlich
Im März stand die Regine-Hildebrandt-Grundschule der Nachrichten. Schulleiterin Kathrin Haug berichtete dort u.a. von Körperverletzungen, rassistischen Beleidigungen, rechtsextremen Gesten, zwei sexualisierten Übergriffen und einem Reizgaseinsatz im vergangenen Jahr. Mitte Dezember hatten Elternsprecher mit einem Brandbrief Hilfe gefordert.
Nach Angaben einer beteiligten Elternvertreterin hatten Familien ihre Kinder sogar von der Schule genommen oder waren weggezogen. Bereits im März berichtete die Elternvertretung allerdings von einer deutlich ruhigeren Lage. Besonders auffällige Kinder wurden damals zeitweise in einer separaten Lerngruppe unterrichtet.
Land plante Maßnahmen über Cottbus hinaus
Bildungsminister Steffen Freiberg und Innenminister René Wilke (beide SPD) hatten im Januar in Cottbus beraten. Wilke erklärte damals, die entwickelten Maßnahmen sollten auch über Cottbus hinaus wirken.
So wird bspw. auch in Potsdam über Jugendgewalt diskutiert. Nach Polizeiangaben werden die dort untersuchten Taten meist von losen Gruppen begangen. Die Behörde richtete eine eigene Ermittlungsgruppe ein und verstärkte ihre Präsenz.
Für Cottbus bleibt nach Schicks Einschätzung die Aufgabe, die begonnenen Maßnahmen fortzuführen und überforderte Familien frühzeitig zu erreichen.
Foto: Stadt Cottbus, Andreas Franke
Ähnliche Beiträge
Sport
„Night of Fighters“
Strukturwandel
Strukturwandel in Cottbus nimmt Gestalt an
Gesellschaft
Landesauszeichnung für Feuerwehrleute aus Elbe-Elster
Bildung & Wissenschaft
BTU macht Lausitz fit für neue Fertigungstechniken
Politik
Minister und Ministerin besuchen Medizin-Uni
Wirtschaft
Cottbus zeichnet seine Besten aus
Wirtschaft
Lausitzer Wasserhaushalt & Energieindustrie nach der Kohle

