L.o Redaktion | Land Brandenburg
Strukturwandel in Cottbus nimmt Gestalt an
Ministerpräsident Woidke sieht Cottbus auf dem richtigen Weg
In Cottbus/Chóśebuz erreichten kürzlich gleich mehrere Strukturwandelprojekte neue Etappen: Das Medizinstudium hat begonnen, der Forschungscampus im Lausitz Science Park entsteht und die Bahnstrecke Lübbenau–Cottbus wird ausgebaut. Beim „Kabinett vor Ort“ am 13.10.2026 berieten Landesregierung und Stadtspitze über die Vorhaben. Für die Bevölkerung stehen neben neuen Angeboten aber auch längere Einschränkungen an.
Medizinstudium startet mit 38 StudierendenAn der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) hat zum Wintersemester 2026/27 die Ausbildung der ersten 38 Medizinerinnen und Medizinern begonnen, wie die Landesregierung mitteilte. Bundesweit hatten rund 8.000 Studieninteressierte die Universität als einen ihrer Wunschstudienorte angegeben. Bislang sind 18 Professuren besetzt.
Mit Gesamtinvestitionen von 3,7 Milliarden Euro bis zum Jahr 2038 ist die MUL-CT nach Landesangaben das größte Strukturwandelprojekt in Brandenburg. Im Vollausbau sollen jährlich etwa 200 Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden. Am 4. November 2026 soll dort außerdem eine Kinderschutzinstitutsambulanz eröffnen.
Im Lausitz Science Park erfolgte am 1. Oktober 2026 der Spatenstich für einen Forschungscampus. Beteiligt sind unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft und die Leibniz-Gemeinschaft.
Zweites Gleis bringt zunächst eine SperrungDer 29 Kilometer lange Bahnabschnitt zwischen Lübbenau und Cottbus erhält ein zweites Gleis samt Oberleitung. Ab Dezember wird die Strecke für ein Jahr gesperrt. Während der Hauptarbeiten sind Schienenersatzverkehr und eine durchgehende Zugverbindung über Calau in Richtung Berlin vorgesehen.
Zum Ausbau gehören Anpassungen an zwölf Bahnübergängen, sechs Eisenbahnbrücken und 18 Durchlässen. In Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz entstehen jeweils ein zusätzlicher Bahnsteig und Schallschutzwände.
Im Cottbuser Bahnwerk soll Halle 1 Anfang 2027 in Betrieb gehen. Insgesamt sind dort 1.200 hochwertige Industriearbeits- und Ausbildungsplätze angekündigt. Die Arbeitslosenquote liegt laut Mitteilung im Agenturbezirk Cottbus bei gut sechs Prozent und in der Stadt bei etwa acht Prozent. Zugleich fehlen in bestimmten Bereichen Fachkräfte.
Bundesmittel für Schulen, Verkehr und SicherheitAus dem Kommunalteil des Zukunftspaketes Brandenburg stehen Cottbus mehr als 52 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität. Geplant sind unter anderem Investitionen in Schulen, Feuerwehr, Radwege und einen ersten Bauabschnitt zur Erweiterung des Straßenbahnnetzes Richtung BTU und Lausitz Science Park.
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke verbindet die Projekte mit der Aussicht auf Arbeitsplätze und weitere Ansiedlungen. Oberbürgermeister Tobias Schick hofft auf gezielte Unterstützung des Landes beim Wohnungsbau. Zugleich verweist er auf notwendige Sanierungen, fehlende Ärzte und lange Umsetzungszeiten.
Die ersten kommunalen Projektmittel will die Stadt nach Angaben der Landesregierung in den kommenden Wochen abrufen.
Foto: Stadt Cottbus, Andreas Franke
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