L.o Redaktion | Landkreis Dahme-Spreewald
Gewässer im Spreewald gesperrt
Im Unterspreewald bleiben mehrere Wasserwege bis auf Widerruf zu.
Im Unterspreewald sind ab sofort mehrere Gewässer für den Schiffsverkehr gesperrt. Grund ist ein massiver Befall mit dem Eichenprozessionsspinner. Das Landesamt für Bauen und Verkehr hat die Sperrung nach einem Antrag des Landesamtes für Umwelt angeordnet. Sie gilt bis auf Widerruf.
Betroffen ist nach Angaben des Landes etwa die Hälfte der schiffbaren Flächen im Unterspreewald. Auf den übrigen Gewässern bleiben Kanurundfahrten weiter möglich. Vor Ort sollen Schifffahrtszeichen und Hinweisschilder die gesperrten Abschnitte kennzeichnen.
Welche Gewässer gesperrt sind
- Dresslerstrom
- Krausnicker Strom, Abschnitt Puhlstrom bis Krausnicker Wehr
- Krügerstrom
- Pfahlspree
- Puhlstrom, Abschnitt Spree bis Abzweig Krausnicker Strom
- Puhlstrom, Abschnitt ab Quasspree bis Unteres Puhlstromwehr
- Schiwanstrom
- Schnelle Katrin, Abschnitt Zernias bis Schiwanstrom
- Schulzkastrom, Abschnitt Spree bis Krausnicker Strom
- Wasserburger Spree, Abschnitt Laubengang bis wawi-Anlage Groß Wasserburg
- Wasserburger Spree, Abschnitt Hauptspree bis Kopelna beziehungsweise Schulzkastrom
Warum die Sperrung nötig ist
Nach Angaben des Landes geht von den Raupen des Eichenprozessionsspinners eine Gesundheitsgefahr aus. Problematisch sind vor allem die mikroskopisch kleinen Brennhaare. Sie enthalten ein Nesselgift und können bei Kontakt Hautreizungen, starken Juckreiz und Quaddeln auslösen. Auch Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko entlang der Wasserwege: Wegen des Befalls konnten Mitarbeiter des zuständigen Wasser- und Bodenverbandes die Gewässerunterhaltung und wichtige Verkehrssicherungsmaßnahmen in den betroffenen Bereichen nicht fortsetzen. Dazu gehören auch das Freihalten des Lichtraums über dem Gewässer und die Beseitigung umsturzgefährdeter Bäume. Auch Forstwirte und Jäger können die landeseigenen Waldflächen entlang der Gewässer derzeit nicht betreten.
„Die Sicherheit der Besucher und der Menschen vor Ort hat Vorrang“, teilte Infrastrukturminister Robert Crumbach mit.
Was Besucher und Einheimische beachten sollen
Das Land bittet Besucher und Einwohner, die Sperrungen strikt zu beachten und alternative Routen zu nutzen. Auch auf nicht gesperrten Gewässern gilt erhöhte Vorsicht, weil einzelne Bäume außerhalb der Unterhaltungsbereiche ebenfalls befallen sein können.
- Abstand zu Raupen und Gespinsten halten
- Nester nicht berühren und nicht selbst entfernen
- Befallene Bereiche möglichst meiden
- Kinder und Hunde fernhalten
- Nach möglichem Kontakt duschen, Haare waschen und Kleidung reinigen
- Bei schweren oder anhaltenden Beschwerden ärztliche Hilfe aufsuchen
Wer Nester oder Raupen entdeckt, soll den Bereich meiden und den Fund der zuständigen Forst- oder Kommunalbehörde melden.
Vor-Ort-Termin in Schlepzig
Für Montag, 13.07.2026, 11:00 Uhr ist ein Besuch in Schlepzig angekündigt. Umweltministerin Hanka Mittelstädt und Infrastrukturminister Robert Crumbach wollen sich dort ein Bild von der Lage machen und mit den zuständigen Behörden das weitere Vorgehen beraten. Treffpunkt ist das Spreewaldresort gegenüber dem großen Hafen, Dorfstraße 53 in 15910 Schlepzig.
Foto: Kepler
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