In Görlitz beraten Vertreter aus Polen, Deutschland und Tschechien über einen besser abgestimmten öffentlichen Nahverkehr im Dreiländereck. Der internationale Expertenworkshop des Projekts smartENT umfasst eine Konferenz und eine Fachexkursion durch die Grenzregion.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Einwohner und Touristen einfacher mit Bus und Bahn zwischen den drei Ländern reisen können. Noch bestehen Hindernisse durch unterschiedliche Tarife, fehlende Verbindungen und eine begrenzte Abstimmung der öffentlichen Verkehrssysteme.
EURO-NEISSE-Ticket+ soll weiterentwickelt werden
Ein Schwerpunkt ist das EURO-NEISSE-Ticket+, das seit 2004 Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Dreiländereck erleichtert. Die Teilnehmer diskutieren unter anderem:
- politische, rechtliche und organisatorische Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Tickets und weiterer grenzüberschreitender Angebote,
- den Einsatz europäischer Fördermittel für besser verknüpfte Mobilitätsangebote,
- die Zusammenarbeit und Finanzierung von Verkehrsprojekten in der nächsten EU-Förderperiode.
An dem Workshop nehmen Vertreter staatlicher und kommunaler Verwaltungen, der Europäischen Kommission, zuständiger Programminstitutionen und Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs teil. Hinzu kommen Experten und Partner der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Tomasz Kołodziejczak vom polnischen Ministerium für Fonds und Regionalpolitik sieht deutlichen Verbesserungsbedarf. Fehlende lokale und regionale Verbindungen schränkten die Mobilität ein und führten dazu, dass viele Menschen auf das eigene Auto angewiesen seien. Häufigere Verbindungen, eine höhere Angebotsqualität und eine bessere Abstimmung könnten die Erreichbarkeit sowie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration verbessern.
Projekt läuft seit Januar 2025
smartENT wird seit dem 1. Januar 2025 von der VON GmbH gemeinsam mit Koleje Dolnośląskie S.A. und dem Instytut Rozwoju Terytorialnego umgesetzt. Ziel sind abgestimmte Angebote im öffentlichen Verkehr und eine bessere Mobilität im Grenzraum zwischen Polen, Deutschland und Tschechien.
Das Vorhaben führt das Projekt ENT future 2020 fort und wird über das Kooperationsprogramm Interreg Polen–Sachsen 2021–2027 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.