An der Regenbogen-Grundschule in Senftenberg ist zum neuen Schuljahr ein Pilotprojekt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz gestartet. Dabei arbeiten eine Lehrkraft und ein fest der Klasse zugeordneter Integrationspädagoge gemeinsam im Unterricht. Zunächst nehmen die Klassen 1a und 1b mit jeweils rund 25 Kindern teil.
Ziel ist es, Kinder frühzeitig und direkt im Klassenverband zu unterstützen. Die Integrationspädagogen helfen unter anderem beim Ankommen am Morgen, bei Konzentrationsproblemen und in Konfliktsituationen. Sie fördern zudem soziale Fähigkeiten. Kinder mit besonderem Bedarf können begleitet werden, ohne die Klassengemeinschaft verlassen zu müssen.
Unterstützung im Klassenverband
Die Integrationspädagogen arbeiten eng mit den Klassenleitungen, der Sonderpädagogin, den Fachlehrkräften und der Schulsozialarbeiterin zusammen. Gemeinsam bilden sie das Multiprofessionelle Team. Auch mit dem Schulhort besteht eine enge Zusammenarbeit. Mit weiteren Horten im Umfeld wird ein regelmäßiger Austausch angestrebt.
Eltern können sich auf Wunsch mit den Integrationspädagogen austauschen. Diese nehmen auch an Elternabenden teil, beraten bei Fragen und vermitteln zwischen Familie und Schule.
Der Landkreis reagiert mit dem Projekt in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt Cottbus auf den steigenden Unterstützungsbedarf von Kindern im Schulalltag. Das Team übernimmt dabei auch Aufgaben, die bisher über eine individuelle Schulbegleitung geleistet wurden. Weil die Hilfe unmittelbar im Unterricht verfügbar ist, müssen Eltern in vielen Fällen keinen Antrag auf individuelle Integrationshilfe stellen.
Individuelle Hilfen bleiben jedoch möglich. Das gilt insbesondere bei komplexem Unterstützungsbedarf, etwa bei stark ausgeprägtem Autismus, erheblichen körperlichen Einschränkungen oder medizinischen Erfordernissen. Kinder mit festgestelltem Förderbedarf erhalten weiterhin individuelle Förderpläne.
Zunächst für zwei erste Klassen
Zwei erfahrene Integrationspädagogen begleiten die Kinder der Klassen 1a und 1b über zwei Schuljahre. Im Schuljahr 2027/2028 sollen weitere Integrationspädagogen in den dann neuen ersten Klassen beginnen. Mit der Umsetzung wurde nach einem Interessenbekundungsverfahren der Familienhilfe e.V. aus Finsterwalde beauftragt.
Die Regenbogen-Grundschule wurde aus mehreren infrage kommenden Schulen ausgewählt. Nach Angaben des Landkreises waren die vorhandenen Unterstützungsbedarfe, die Haltung des Kollegiums und die Bereitschaft zur Erprobung des Konzepts ausschlaggebend. Derzeit besuchen rund 370 Schüler die Schule.
Schulleiterin Regina Jänke bezeichnet die Auswahl als große Chance. Die Zusammenarbeit im Team eröffne neue Möglichkeiten, Kinder individuell zu begleiten und zugleich die Klassengemeinschaft zu stärken. Auch die Eltern der Pilotklassen stünden dem Ansatz offen gegenüber.
Ausweitung auf weitere Schulen möglich
Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt wird regelmäßig ausgewertet. Bewährt sich das Modell, könnte es dauerhaft fortgeführt und schrittweise auf weitere Schulen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ausgeweitet werden.
Fachliche Fragen beantwortet Albert Hammitsch, Verfahrenslotse und Jugendhilfeplaner im Jugendamt des Landkreises, unter 03573 870-4214 oder per E-Mail an jugendamt@osl-online.de.