L.o Redaktion | Stadt Cottbus/Chóśebuz
Tierheim Cottbus an Belastungsgrenze
Vor allem Fundkatzen betroffen – auch Abgabetiere müssen warten
Das Tierheim Cottbus nimmt derzeit nur eingeschränkt Tiere auf, weil Infektionsfälle und ausgeschöpfte Quarantäneplätze die Versorgung belasten. Laut einer am 15. September 2026 veröffentlichten Mitteilung hat das Tierheim die zuständigen Behörden informiert und die Situation sowie das weitere Vorgehen mit dem Ordnungsamt Cottbus und dem Veterinäramt besprochen.
Auch zusätzliche Quarantäneplätze ausgeschöpftHintergrund sind unter anderem mehrere Fälle von Fundkitten, die Infektionskrankheiten wie Parvovirose und Giardien in das Tierheim eingebracht haben. Nach Angaben der Einrichtung verursachen diese einen erheblichen zusätzlichen Pflege-, Betreuungs- und Behandlungsaufwand. Die vorhandenen Quarantäneplätze sind vollständig belegt. Eine zusätzlich eingerichtete Quarantänemöglichkeit für Fundkatzen ist inzwischen ebenfalls ausgeschöpft.
Einige Tiere haben die Erkrankung trotz intensiver Versorgung nicht überlebt. Andere werden weiterhin behandelt und sind der Mitteilung zufolge derzeit stabil. Behandlung und anschließende Quarantäne dauern in der Regel drei bis vier Wochen. Während dieser Zeit stehen die belegten Plätze nicht für weitere Fundtiere zur Verfügung.
Auch die personelle Situation bezeichnet das Tierheim als angespannt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten nach Angaben der Einrichtung unter hoher Belastung, um die bereits aufgenommenen Tiere zu versorgen.
Wartelisten und Rücksprache vor der AnfahrtDie Einschränkungen betreffen vor allem die Aufnahme und Versorgung von Fundkatzen. Auch für Abgabetiere können Wartelisten entstehen. Gemeint sind Tiere, die ihre Halterinnen und Halter freiwillig im Tierheim abgeben wollen oder müssen. Eine sofortige Aufnahme ist derzeit nicht immer möglich.
Für Fundhunde, gefundene Kleintiere und Ziervögel bestehen grundsätzlich weiterhin Aufnahmemöglichkeiten. Das Tierheim bittet jedoch vor einer Fahrt um telefonische Rücksprache. Dabei soll im Einzelfall geklärt werden, ob eine Aufnahme möglich ist und welche Maßnahmen erforderlich sind.
Akute Notfälle weiterhin meldenAkute Notfälle sollen weiterhin gemeldet werden. Dazu zählen etwa verunfallte oder schwer verletzte Katzen, Katzen mit stark verklebten oder entzündeten Augen sowie Tiere mit deutlichem Verdacht auf Katzenschnupfen. Auch stark abgemagerte, offensichtlich geschwächte Katzen und andere unmittelbar hilfsbedürftige Tiere gehören dazu.
Zunächst soll Kontakt mit dem Tierheim aufgenommen werden. Kann es nicht selbst tätig werden, kann gegebenenfalls die Tierrettung der Feuerwehr hinzugezogen werden. Auch bei tot aufgefundenen Tieren, deren Bergung oder Sicherung erforderlich ist, wird um vorherige Rücksprache gebeten. Ist eine Abholung durch das Tierheim nicht möglich, kommen je nach Situation Ordnungsamt oder Feuerwehr als Ansprechpartner infrage.
Sobald sich die Quarantäne- und Behandlungskapazitäten entspannen, soll die reguläre Aufnahme von Fund- und Abgabetieren schrittweise wieder ermöglicht werden.
Foto: Stadt Cottbus/Chóśebuz
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