L.o Redaktion | Landkreis Elbe-Elster
Keine Privatisierung des Klinikums Elbe-Elster
Beschäftigte an drei Standorten erhielten direkte Infos.
Im Landkreis Elbe-Elster haben Landrat Marcel Schmidt und Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß die Beschäftigten des Elbe-Elster-Klinikums an allen drei Standorten über die aktuelle Lage informiert. Bei Mitarbeiterversammlungen am Montag, 11.08.2025, in Herzberg, am Dienstag, 12.08.2025, in Elsterwerda und am Mittwoch, 13.08.2025, in Finsterwalde ging es vor allem um die wirtschaftliche Situation, die Zukunft der Standorte und die nächsten Schritte für das kommunale Klinikum.
Im Mittelpunkt standen Fragen zum Wechsel in der Geschäftsführung, zur Arbeitsplatzsicherheit, zu möglichen Investitionen in die Krankenhausstruktur und zu einer in der öffentlichen Diskussion vermuteten Privatisierung. Landrat und Interimsgeschäftsführer stellten klar: Eine Privatisierung des Elbe-Elster-Klinikums oder ein Verkauf an Sana ist nicht geplant.
Geschäftsführung nur übergangsweise besetzt
Nach Angaben des Landrates war für die Abberufung des bisherigen Geschäftsführers ausschlaggebend, dass das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Geschäftsführung und Gesellschafter nicht mehr gegeben war.
Mirko Papenfuß übernimmt die Leitung des Klinikums ausdrücklich als Interimslösung. In den kommenden Wochen will er sich in Strukturen, Abläufe und die wirtschaftliche Lage einarbeiten und gemeinsam mit den Verantwortlichen weitere Schritte vorbereiten. Parallel soll die Geschäftsführung regulär ausgeschrieben und anschließend in einem transparenten Verfahren dauerhaft neu besetzt werden.
„Meine Aufgabe ist es jetzt, den reibungslosen Fortgang des Betriebes sicherzustellen“, sagte Papenfuß. Veränderungen würden dort geprüft, wo Strukturen und Abläufe verbessert werden können und wirtschaftlicher Handlungsbedarf besteht.
Wirtschaftliche Lage setzt das Klinikum unter Druck
Nach Darstellung der Klinikleitung sind Veränderungen notwendig, um die wirtschaftliche Situation nachhaltig zu verbessern. Geprüft werden sollen bestehende Strukturen, Abläufe und Kosten. Als ein Ansatzpunkt wurden die derzeit hohen Ausgaben für Honorarkräfte genannt. Hier sollen Einsparpotenziale identifiziert und langfristig tragfähige Lösungen entwickelt werden.
Bereits in einem vorausgegangenen Gespräch des Landrates mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen hatten die externen Berater von Forvis Mazars darauf hingewiesen, dass die aktuelle Ertragslage die vorhandene Vermögensrücklage des Klinikums weiter aufzehrt, wenn nicht gegengesteuert wird.
Einen Plan für Personalabbau oder Entlassungen gibt es nach Angaben von Schmidt und Papenfuß nicht. Die Beschäftigten würden für die medizinische Versorgung an den Standorten und für die weitere Entwicklung des Klinikums gebraucht.
So geht es mit den drei Standorten weiter
Auch die künftige Krankenhausstruktur war Thema der Versammlungen. Nach ersten Gesprächen im zuständigen Ministerium sieht Landrat Marcel Schmidt grundsätzlich Möglichkeiten, notwendige Investitionen in die künftige Gesundheitsinfrastruktur förderfähig zu gestalten. Konkrete Planungen müssten jedoch an die weitere Entwicklung und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden.
Grundlage für das weitere Vorgehen bleibt der Kreistagsbeschluss vom 07.04.2025. Er sieht neben der weiteren Planung eines zentralen Klinikneubaus auch die Entwicklung der bisherigen Standorte zu Gesundheitszentren vor. Zugleich enthält der Beschluss eine Alternativvariante, falls der Neubau nicht genehmigt oder finanziert werden kann.
In den kommenden Monaten sollen das künftige medizinische Leistungsspektrum unter den Bedingungen der Krankenhausreform weiterentwickelt, ambulante und stationäre Versorgung stärker zusammengedacht und die Voraussetzungen für notwendige Investitionen geklärt werden.
Weitere Informationen sollen direkt an die Beschäftigten gehen
Der direkte Austausch soll nach den Mitarbeiterversammlungen nicht enden. Die Beschäftigten sollen auch in den kommenden Wochen und Monaten unmittelbar über wesentliche Entwicklungen und die nächsten Schritte informiert werden.
„Unser gemeinsames Ziel muss sein, das Elbe-Elster-Klinikum wirtschaftlich zu stabilisieren und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen in unserem Landkreis zu sichern“, sagte Schmidt.
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