L.o Redaktion | Handwerkskammer Cottbus
Konjunktur in Südbrandenburg
Umsätze und Aufträge verbessern sich, Fachkräfte fehlen.
Das Handwerk in Südbrandenburg bleibt im Herbst 2026 wirtschaftlich insgesamt stabil. In der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Cottbus bewerten 77,2 % der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Vorjahr waren es 76,4 %. Bei Umsätzen und Auftragsbeständen hat sich die Lage verbessert. Zugleich belasten anhaltender Kostendruck und fehlende Fachkräfte die Betriebe.
Für die kommenden Monate erwartet die Mehrheit keine Veränderung: 57,9 % der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Eine Verbesserung erwarten 13,8 %, eine Verschlechterung 28,3 %.
Mehr Betriebe melden stabile Umsätze und Aufträge
Stabile oder höhere Umsätze gegenüber dem Vorjahr verzeichnen 71,7 % der Betriebe. Im Herbst 2025 lag dieser Anteil bei 65,8 %. Beim Auftragsbestand melden 72,7 % ein unverändertes oder gestiegenes Niveau. Ein Jahr zuvor waren es 67,5 %.
Die Beschäftigung bleibt ebenfalls weitgehend stabil. 81,3 % der Betriebe konnten ihren Fachkräftebestand halten oder ausbauen. Gleichzeitig berichten 29,9 % von unbesetzten Stellen. Den betroffenen Unternehmen fehlen im Durchschnitt 1,9 Fachkräfte. Den höchsten Personalbedarf meldet das Nahrungsmittelhandwerk.
Bei Investitionen bleiben die Unternehmen zurückhaltend. 56,6 % berichten von gleichbleibenden oder höheren Investitionsausgaben, nach 58 % im Vorjahr. Vorrang haben Ersatzbeschaffungen, mit denen die Betriebe ihre Leistungsfähigkeit sichern.
Unterschiedliche Entwicklung in den Gewerbegruppen
Wachstum verzeichnet die Gewerbegruppe des gewerblichen Bedarfs. Das Bauhauptgewerbe profitiert von einer verbesserten Auftragslage und einer gestiegenen Auftragsreichweite. Ausbaugewerbe und personenbezogene Dienstleistungen behaupten ihre Position. Besonders im Dienstleistungsbereich bleibt die Sicherung qualifizierter Fachkräfte wichtig.
Das Kraftfahrzeug- und das Nahrungsmittelgewerbe haben sich gegenüber dem Vorjahr erholt. Beide liegen jedoch weiterhin unter ihrem früheren Niveau.
Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus, fordert verlässliche Bedingungen für die Betriebe: „Das Handwerk bleibt ein wichtiger Stabilitätsanker für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung. Damit die Betriebe auch künftig investieren und ausbilden können, brauchen sie verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Dazu zählen langfristig kalkulierbare Energie- und Lohnzusatzkosten ebenso wie Förderprogramme, die einfach zugänglich sind und nicht durch kurzfristige Kurswechsel oder Förderstopps an Wirkung verlieren“, sagt sie.
Download Konjunkturbericht im PDF-Format: https://www.4imediadownload.com/PM/HWK/Konjunkturbericht_Herbst_2026.pdf
Fotonachweis: HWK Cottbus
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