Landkreis Elbe-Elster weist Vorwürfe zur Rettungsdienstkalkulation zurück
Verwaltung betont vollständige Berücksichtigung von Fehleinsätzen und setzt auf sachliche Gespräche mit den Krankenkassen
Im Landkreis Elbe-Elster weist die Kreisverwaltung Vorwürfe zur Finanzierung des Rettungsdienstes zurück. Hintergrund ist die Berichterstattung der Märkischen Oderzeitung vom Dienstag, 03.06.2026. Nach Angaben des Landkreises wurden sogenannte Fehleinsätze vollständig in der Gebührenkalkulation berücksichtigt.
Der Landkreis widerspricht damit dem Eindruck, Kosten seien an anderer Stelle versteckt oder Fehleinsätze nicht ordnungsgemäß einbezogen worden. Eine solche Darstellung sei unzutreffend und sachlich nicht begründet.
Landkreis verweist auf Einigung mit KrankenkassenNach Angaben der Verwaltung konnten auch andere Landkreise bereits Einigungen mit den Krankenkassen erzielen. Das zeige, dass tragfähige Lösungen möglich seien, wenn Kalkulationen nachvollziehbar, wirtschaftlich und sparsam aufgestellt würden. Der Landkreis Elbe-Elster sieht darin einen wesentlichen Grund dafür, dass eine belastbare Einigung mit den Krankenkassen erreicht werden konnte.
Die Kreisverwaltung betont zugleich, dass die Mittel der Versicherten verantwortungsvoll eingesetzt werden müssten. Gleichzeitig müsse eine zuverlässige und bedarfsgerechte Versorgung im Rettungsdienst gesichert bleiben. Für den Landkreis steht nach eigenen Angaben fest, dass Menschen in gesundheitlichen Notlagen schnell und verlässlich Hilfe erhalten müssen.
Versorgung soll nicht von Kostenfrage abhängenNach Darstellung des Landkreises darf die Entscheidung über den Einsatz eines Rettungswagens nicht davon abhängen, wer am Ende die Kosten trägt. Die Versorgung der Patienten habe oberste Priorität.
Strittige Fragen will die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben im Dialog mit den Krankenkassen klären. Ziel sei es, langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Diese könnten zusätzliche Kosten verursachen. Der Landkreis verweist dabei auch auf mögliche Zinszahlungen bei Rückerstattungen, die die finanzielle Belastung weiter erhöhen könnten.
Kritik an fehlender Transparenz weist Verwaltung zurückAuch den Vorwurf mangelnder Transparenz hält der Landkreis für nicht nachvollziehbar. Bei Gebührenkalkulationen im Rettungsdienst würden zahlreiche sensible Informationen ausgetauscht. Dazu zählten Daten zu Rettungswachen, Fahrzeugen, Personal, Einsatzstrukturen, Kosten und Planungen. Vertraulichkeitsvereinbarungen seien deshalb üblich.
Nach Angaben der Kreisverwaltung dienen solche Vereinbarungen nicht der Verschleierung, sondern dem Schutz aller Beteiligten und einer offenen Zusammenarbeit. Kritisch sieht der Landkreis öffentliche Bewertungen von Kalkulationen anderer Landkreise, wenn kein vollständiger Einblick in die Unterlagen vorliegt.
Landkreis setzt auf weitere GesprächeFür die weitere Klärung der Finanzierung setzt der Landkreis Elbe-Elster nach eigenen Angaben auf einen frühen Dialog mit allen Beteiligten. Ziel seien rechtssichere und belastbare Lösungen. Nach der bisherigen gerichtlichen Bewertung gehe es dabei weniger um eine eindeutig rechtlich durchsetzbare Frage als um die politische Entscheidung, wer die Kosten für entsprechende Einsätze tragen soll.
Für die Menschen im Landkreis ist aus Sicht der Verwaltung vor allem eines entscheidend: Die Notfallrettung und der Krankentransport sollen verlässlich funktionieren, ohne dass Bürger in gesundheitlichen Notlagen mit zusätzlichen Kosten belastet werden.
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