L.o Redaktion | Landkreis Bautzen
Neuordnung bei Bautzen abgeschlossen
Nach über 20 Jahren ist die Schlussfeststellung in Sicht.
Im Raum Bautzen sind die wesentlichen Arbeiten der Ländlichen Neuordnung S 106 Salzenforst abgeschlossen. Mehr als zwei Jahrzehnte nach Beginn des Verfahrens wurden die durch den Bau des Autobahnzubringers entstandenen Eingriffe in Eigentum und Bewirtschaftung weitgehend geregelt. Die formelle Schlussfeststellung wird derzeit vorbereitet.
Zum symbolischen Abschluss wurde am Donnerstag, 20.08.2026, eine kleine Bank an einem Weg in Cölln eingeweiht. Sie steht Spaziergängern künftig als Rastplatz zur Verfügung.
Rund 200 Beteiligte und 523 Hektar
Das Verfahren begann am 27.02.2004. Anlass war der Neubau des Autobahnzubringers S 106 zwischen der A 4 und der B 96. Für die Straße sowie die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden innerhalb des Gebietes rund 31 Hektar benötigt.
Ursprünglich waren 547 Flurstücke mit rund 200 Beteiligten betroffen. Das Verfahrensgebiet umfasste Flächen der Stadt Bautzen und der Gemeinde Radibor und erstreckte sich zuletzt über rund 523 Hektar.
Der neue, etwa 3,8 Kilometer lange Anschluss an die B 96 entstand ab Mitte 2004 und wurde Ende 2006 für den Verkehr freigegeben. Anschließend mussten Grundstücke neu geordnet, Flächen für den Straßenbau bereitgestellt und Entschädigungen geregelt werden. Zudem galt es, Nachteile bei Bewirtschaftung und Zuwegung auszugleichen.
Ziel war eine sachgerechte Grundstücks- und Agrarstruktur trotz der durch die Trasse zerschnittenen Flächen. Dabei wurden bestehende Wegebeziehungen sowie Belange von Landwirtschaft, Landeskultur und Umwelt berücksichtigt.
Neue Eigentumsverhältnisse eingetragen
Der Flurbereinigungsplan wurde im Mai 2021 abschließend aufgestellt. Nach der Klärung von Einwänden und rechtlichen Fragen trat der neue Rechtszustand am 01.06.2024 ein. Inzwischen sind Kataster und Grundbuch an die neuen Eigentumsverhältnisse angepasst. Auch die Schlussrechnung wurde durchgeführt.
Bei der Abschlussveranstaltung würdigte der Erste Beigeordnete Jörg Szewczyk in Vertretung von Landrat Udo Witschas die langjährige Zusammenarbeit. Unterschiedliche Interessen bei rund 200 Beteiligten zusammenzuführen, habe Zeit, Ausdauer und die Bereitschaft zu gemeinsamen Lösungen erfordert.
Der Autobahnzubringer verbessert nach Angaben des Landkreises die Verbindung zur A 4 und die Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandortes Salzenforst. Zugleich dient er Menschen und Unternehmen aus den umliegenden Gemeinden sowie dem nördlichen Landkreis als Verkehrsverbindung und soll Ortslagen vom Durchgangsverkehr entlasten.
Fotos: Landratsamt Bautzen
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