Museum Finsterwalde: Fotos aus 1930
Ab Freitag zeigt die Schau den Stadtumbau der 1930er.
In Finsterwalde zeigt das Sänger- und Kaufmannsmuseum ab Freitag, 13.06.2026, die Ausstellung „Eine Stadt baut. Finsterwalde um 1930“. Bis Samstag, 15.11.2026 gibt sie Einblicke in eine Zeit, in der sich die Sängerstadt zwischen Tradition und Moderne deutlich veränderte.
Zu sehen sind etwa 150 Fotografien, die den Stadtumbau um 1930 dokumentieren. Die Aufnahmen zeigen Straßenbau, Kanalverlegung, Neubauten und Abrisse. Zugleich werfen sie einen Blick auf den Alltag der Menschen in Finsterwalde.
Stadtentwicklung in schwierigen JahrenAusgangspunkt der Ausstellung ist eine Publikation, die im März 1930 im Auftrag des Finsterwalder Magistrats erschien. Herausgegeben wurde sie von Bürgermeister Georg Geist, der die Stadt von 1926 bis 1933 führte. Sie steht für einen politischen und städtebaulichen Aufbruch in einer Zeit, die zugleich von wirtschaftlicher Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichen Spannungen geprägt war.
Damals wurden in Finsterwalde Straßen befestigt, Kanäle verlegt und Häuser gebaut. Aus provisorischer Infrastruktur entstand innerhalb weniger Jahre ein modernes städtisches Netz. Asphaltierte Straßen ersetzten ältere Wege, unter der Oberfläche entstand ein Kanalisationssystem.
133 neue Häuser in nur drei JahrenBesonders deutlich wird der Wandel beim Wohnungsbau. Zwischen 1927 und 1929 entstanden in Finsterwalde 133 neue Häuser mit 440 Wohnungen. Genannt werden im Ausstellungstext unter anderem Siedlungen in der Forststraße, an der Bergmühle sowie Wohnbauten der Gewoba. Viele dieser Projekte waren mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen verbunden.
Fotos aus Bauamt, Museum und PostkartenarchivDie Ausstellung stützt sich auf ein umfangreiches fotografisches Gedächtnis der Stadt. Erhalten geblieben sind mehr als 300 Aufnahmen aus einem Fotoalbum des städtischen Bauamts sowie rund 200 Glasplattennegative aus dem Bestand des Museums. Eine Auswahl daraus ist nun in der Schau zu sehen.
Die Bilder zeigen Arbeiter auf den Straßen, aufgerissene Wege, Rohre, Pflaster und Gerüste. Besonders eindrücklich sind auch Aufnahmen alter Häuser, die kurz vor ihrem Abriss dokumentiert wurden. Sie halten ein Finsterwalde fest, das in vielen Ansichten längst verschwunden ist.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Aufnahmen aus dem Fotoarchiv des Meißner Postkartenverlags Brück & Sohn. Diese Bilder aus den 1920er-Jahren zeigen Finsterwalde noch vor dem großen Umbau.
Ermöglicht wird die Ausstellung durch die Leihgabe des historischen Fotoalbums aus dem Stadtarchiv Finsterwalde sowie durch die Unterstützung der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“, die den Ankauf der Fotomotive aus dem Archiv Brück & Sohn gefördert hat.
Foto: Stadtarchiv
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