(PM/C.M.Schwab)
Wenn Wasser zu Musik wird
Kultursalon und LWG Cottbus verwandeln das Wasserwerk in eine Bühne für Klang und Tanz
Wasser rauscht, tropft, fließt und pulsiert. Es prägt Landschaften, Städte und das Leben der Menschen. Doch Wasser ist weit mehr als eine lebenswichtige Ressource. Es ist Klang, Bewegung und Schwingung. Diesem Gedanken widmet sich der Kultursalon Cottbus am Mittwoch, 26. August 2026, mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung im Wasserwerk der Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG (LWG) in Cottbus-Sachsendorf.
Unter dem Titel „Die Welt ist Schwingung – Von der Resonanz des Wassers“ treffen zwei besondere künstlerische Positionen aufeinander: der niederländische Percussionist Daan Wilms mit seinem Solo-Programm „Water“ sowie die Choreographin Laura Heinecke & Company mit ihrer Tanzperformance „HERTZ. Die Welt ist Schwingung“.
„Wasser betrifft uns alle – als Lebensgrundlage, als Erinnerungsort und als Zukunftsthema. Mit diesem Abend möchten wir die Besucher einladen, neue Perspektiven auf dieses Element zu entdecken. Nicht über Fakten und Zahlen, sondern über Klang, Bewegung und persönliche Erfahrung“, sagt Aglaja Sprengel vom Kultursalon Cottbus.
Wasser als Klanginstrument
Rhythmus und Wassergeräusche gehören zu den ersten Sinneseindrücken, die Menschen überhaupt wahrnehmen. Daan Wilms greift diese Ursprünge auf und entwickelt daraus eine faszinierende Klangwelt. In seinem Programm „Water“ treten klassische Schlaginstrumente weitgehend in den Hintergrund. Stattdessen wird alles, was mit Wasser verbunden ist, zum Klangwerkzeug.
Tröpfeln. Rauschen. Fließen. Pochen.
Aus diesen elementaren Geräuschen entsteht ein außergewöhnliches Hörerlebnis zwischen Natur und Musik, zwischen Alltagsgeräusch und künstlerischer Komposition.
Der niederländische Musiker beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Klängen des Alltäglichen. Was einst mit Töpfen, Pfannen und improvisierten Schlagzeugen begann, ist heute seine unverwechselbare künstlerische Handschrift.
Meditative Reise durch die Schwingungen des Lebens
Im zweiten Teil des Abends präsentiert Laura Heinecke & Company die Tanzperformance „HERTZ. Die Welt ist Schwingung“. Drei Tänzerinnen, eine reduzierte Bühne und eine eigens entwickelte Klangwelt laden das Publikum auf eine meditative Reise ein.
Impulse, Wachstum, Erschöpfung und Neubeginn werden dabei in Bewegung übersetzt. Die Performance erforscht jene sichtbaren und unsichtbaren Schwingungen, die Menschen, Natur und Universum miteinander verbinden.
„Wasser fasziniert uns künstlerisch schon lange. Es ist wandelbar, kraftvoll und voller Widersprüche. Genau diese Vielschichtigkeit macht es für Musik, Tanz und bildende Kunst so spannend. Mit dem Wasserwerk als Veranstaltungsort wird das Thema auf besondere Weise erlebbar“, erläutert Christine Geiszler vom Kultursalon Cottbus.
Ein Kulturabend am Ursprung des Wassers
Bewusst gewählt wurde als Veranstaltungsort das Wasserwerk der LWG in Cottbus-Sachsendorf. Dort, wo täglich Trinkwasser für die Region aufbereitet wird, entsteht für einen Abend ein außergewöhnlicher Kulturraum.
„Wasser ist weit mehr als eine technische Aufgabe. Es prägt die Entwicklung der Lausitz und verbindet Menschen, Landschaft und Zukunft. Der Kultursalon eröffnet einen neuen Blick auf dieses Element. Dass dies ausgerechnet im Wasserwerk geschieht, macht den Abend zu etwas Besonderem“, meinen die LWG-Geschäftsführer Marten Eger und Sebastian Lindner.
Der Abend ist Teil des Kultursalon-Jahresthemas „Wasser“. Nach dem Thema „Freundschaft“ im Jahr 2025 beschäftigt sich der Verein 2026 mit den kulturellen, gesellschaftlichen und ökologischen Dimensionen des Elements, das die Lausitz wie kaum ein anderes prägt. Die Region befindet sich im Wandel von der Braunkohle- zur Wasserregion – ein Prozess, den der Kultursalon mit künstlerischen Perspektiven begleitet.
„Wir wünschen uns Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf neue Perspektiven einzulassen. Wasser verbindet Natur, Kultur und Zukunft. Wenn wir diese Ebenen miteinander ins Gespräch bringen, hat dieser Abend sein Ziel erreicht“, sagt Aglaja Sprengel.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Aufgrund der besonderen Spielstätte ist die Besucherzahl begrenzt.
Veranstaltung: Die Welt ist Schwingung – Von der Resonanz des Wassers
Datum: Mittwoch, 26. August 2026, 18.30 Uhr
Ort: Wasserwerk der Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG Cottbus-Sachsendorf
Tickets und Informationen: www.kultursaloncottbus.com
Wasser verbindet Kultur, Region und Zukunft
Fünf Fragen an die LWG-Geschäftsführer Marten Eger und Sebastian Lindner
Warum engagiert sich die LWG für ein Kulturprojekt wie den Kultursalon Cottbus?
Der Kultursalon Cottbus arbeitet jedes Jahr mit einem anderen Thema. 2026 steht alles im Zeichen des Wassers. Wer könnte dazu besser passen als wir als regionaler Wasserversorger? Für uns ist Wasser nicht nur eine technische Aufgabe, sondern ein zentraler Bestandteil des Lebens in der Lausitz. Projekte wie der Kultursalon eröffnen neue Perspektiven auf dieses Element und machen es auf besondere Weise erlebbar. Diese Verbindung von Region, Gesellschaft und Kultur unterstützen wir gern.
Was hat Sie an dem Programm „Die Welt ist Schwingung“ besonders überzeugt?
Uns hat die Verbindung aus Kunst, Wahrnehmung und Wissenschaft begeistert. Wasser ist nicht nur sichtbar, sondern auch hör- und spürbar – als Bewegung, als Klang und als Rhythmus. Genau diese Perspektive macht das Programm so spannend.
Das Wasserwerk ist normalerweise kein Veranstaltungsort. Warum passt dieser Ort dennoch besonders gut zu diesem Abend?
Gerade weil ein Wasserwerk kein klassischer Kulturort ist, entsteht eine besondere Atmosphäre. Die Besucher erleben Wasser nicht nur als Thema einer Veranstaltung, sondern an einem Ort, an dem täglich mit diesem wertvollen Gut gearbeitet wird. Wasser wird hier unmittelbar erfahrbar – authentischer geht es kaum.
Die Lausitz befindet sich im Wandel. Welche Rolle spielt Wasser dabei für die Zukunft der Region?
Wasser ist ein zentraler Faktor für die Entwicklung der Lausitz – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Der Strukturwandel bringt neue Anforderungen an den Umgang mit Ressourcen mit sich. Gleichzeitig eröffnet Wasser neue Chancen: für nachhaltige Infrastruktur, für die Gestaltung der Landschaft und für Lebensqualität. Deshalb ist es wichtig, über dieses Thema auch außerhalb fachlicher Diskussionen ins Gespräch zu kommen.
Was wünschen Sie sich, dass die Besucher nach diesem Abend mitnehmen?
Wir wünschen uns, dass die Besucher Wasser bewusster wahrnehmen – nicht nur als selbstverständlich verfügbares Gut, sondern als etwas Wertvolles und Vielschichtiges. Wenn es gelingt, Neugier zu wecken und den Blick auf Wasser ein Stück zu verändern, dann hat dieser Abend sein Ziel erreicht.
(Das Gespräch führte Jörg Tudyka)
Foto: Jennifer Rohrbacher
Foto: Julian Schulz
Foto: Maik Lagodzki
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