Tourismus-Bilanz im Seenland
• Gästezahlen fast stabil • Plus in mehreren Orten
Lausitzer Seenland: Der Tourismus in der Region hat sich 2025 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gehalten. Für Leser in der Lausitz ist das vor allem deshalb relevant, weil die Zahlen zeigen, wie sich Urlaub, Übernachtungen und touristische Nachfrage in Süd-Brandenburg und Ostsachsen entwickelt haben.
Nach Angaben des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V. verzeichneten die Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten im Jahr 2025 insgesamt 268.987 Gästeankünfte. Das entspricht einem Rückgang von 0,6 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen lag bei 799.966 und damit 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Plus in mehreren Orten des Lausitzer Seenlands
Im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlands stiegen die Übernachtungszahlen. Zuwächse bei den gewerblichen Übernachtungen meldeten:
- Boxberg/O.L. mit dem Bärwalder See: plus 5,4 Prozent
- Groß Düben mit dem Halbendorfer See: plus 20,9 Prozent
- Lohsa mit Dreiweiberner See und Silbersee: plus 34,7 Prozent
Auch im brandenburgischen Bereich gab es Orte mit steigenden Übernachtungszahlen:
- Amt Altdöbern: plus 54,7 Prozent
- Stadt Guben: plus 35,3 Prozent
- Stadt Spremberg: plus 11,3 Prozent
Markt Tschechien legt zu, Polen rückläufig
Positiv entwickelte sich 2025 der Markt Tschechien. Die Zahl der Ankünfte stieg auf 6.806 und damit um 1,6 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich auf 23.063, ein Plus von 16,1 Prozent.
Rückläufig war dagegen der Markt Polen. Die Ankünfte sanken auf 1.914, das entspricht minus 10,6 Prozent. Die Übernachtungen gingen auf 4.399 zurück, ein Minus von 42,4 Prozent.
Aufenthaltsdauer, Kapazitäten und Auslastung
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2025 bei 3,0 Tagen. Im gewerblichen Bereich mit mehr als zehn Betten blieb das Angebot weitgehend unverändert. Erfasst wurden 134 Beherbergungsstätten mit insgesamt 5.605 Gästebetten nach dem Juli-Wert. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 28,2 Prozent.
Verband verweist auf Belastungen und Chancen
Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V., teilte mit, dass Urlaub für viele Menschen trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten einen hohen Stellenwert behalte und sich die Branche in der Region insgesamt robust zeige. Witterungsbedingt, insbesondere durch den regenreichen Juli, habe es leichte Rückgänge bei den Übernachtungen gegeben, vor allem im Campingbereich.
Zugleich verwies sie auf Belastungen durch Inflation, steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie Fachkräftemangel. Auch Zukunftssorgen, Krisen und Preissteigerungen minderten aus Sicht des Verbandes die Kaufkraft der Gäste, besonders in der Gastronomie. Als Chance nannte sie die Freigabe des Seenverbundes Ende Juni. Für 2026 wolle der Verband vor allem die Übernachtungen in den Nebensaisons steigern und Potenziale in den ausländischen Märkten Polen und Tschechien besser erschließen.
Die Tourismusbilanz 2025 basiert auf Angaben der statistischen Landesämter Berlin-Brandenburg und Sachsen. Berücksichtigt wurden ausschließlich gewerbliche Betriebe mit mindestens zehn Betten in den Mitgliedskommunen des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V. im Jahr 2025.
Foto: hyperworx Medienproduktionen
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