L.o Redaktion | Land Brandenburg (MWFK)
Erster Medizinjahrgang in Cottbus immatrikuliert
Lehrveranstaltungen beginnen am 12. Oktober mit Einführungsmodul
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) hat am 11. Oktober 2026 im Staatstheater Cottbus ihre ersten 38 Medizinstudierenden feierlich immatrikuliert. Zwei Jahre nach der Universitätsgründung beginnt damit der Modellstudiengang Humanmedizin, der nach Angaben der Landesregierung zur medizinischen Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen beitragen soll.
Lehrbeginn mit zweiwöchiger Einführung
Die Lehrveranstaltungen beginnen am 12. Oktober. Zum Auftakt absolvieren die Studierenden das zweiwöchige Modul „Einführung in das Studium der Humanmedizin“. Dabei stehen organisatorische und fachliche Inhalte im Mittelpunkt, insbesondere die ärztliche Rolle und die Forschungsschwerpunkte der MUL – CT. Ergänzend sind Aktivitäten in den Erstieswochen vorgesehen, darunter eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn durch das Cottbuser Stadtzentrum.
Zum ersten Jahrgang gehören 26 Frauen und 12 Männer aus neun Bundesländern. Elf Studierende kommen aus Brandenburg, jeweils sieben aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. Sachsen und Niedersachsen sind mit jeweils vier Personen vertreten, Bayern mit zwei. Je eine Person stammt aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.
Mehr als 20 Professuren neu besetzt
Bereits mehr als 20 neu berufene Professorinnen und Professoren haben ihre Arbeit an der Universität aufgenommen. Nach Angaben von Gründungsvorständin Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey wurden außerdem digitale Lehreinfrastrukturen, eine moderne Studiumsadministration und hergerichtete Lehrgebäude für den Studienstart geschaffen.
Jede Studentin und jeder Student erhält bereits zu Studienbeginn eine Patin oder einen Paten aus der Ärzteschaft. Dieses Mentoring soll den Einstieg in den medizinischen Alltag begleiten und früh den Aufbau eines beruflichen Netzwerks ermöglichen. Die kleine Gruppe ermöglicht nach Darstellung der Pressemitteilung eine intensive persönliche Betreuung und einen engen Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden.
Versorgung auf dem Land im Mittelpunkt
Gesundheitsminister René Wilke erklärte, Brandenburg bilde damit erstmals auch an einer staatlichen Medizinfakultät ärztlichen Nachwuchs aus. Dieser werde insbesondere in ländlichen Regionen benötigt. Der Modellstudiengang setzt Schwerpunkte bei Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung.
Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle verwies auf die Versorgung älterer Menschen mit langen Wegen in dünn besiedelten Landkreisen. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke bezeichnete die MUL – CT als größtes Strukturwandelprojekt des Landes.
Universitätsvorstandsvorsitzender Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel beschrieb als Ziel ein vernetztes und konsequent digitalisiertes Gesundheitswesen in der Lausitz. Dafür sollen Praxis, Wissenschaft, Forschung und Lehre miteinander verbunden werden.
Mit dem Lehrbeginn am 12. Oktober startet für den ersten Jahrgang zunächst die zweiwöchige Einführung in das Humanmedizinstudium.
Foto: MUL - CT
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