L.o Redaktion | Land Brandenburg
Medizinstudium in der Lausitz beginnt
Studienstart für die ersten 38 Studierenden an der MUL – CT
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) hat ihren ersten Jahrgang aufgenommen: 38 Studierende wurden am 11. Oktober im Staatstheater Cottbus feierlich immatrikuliert. Zwei Jahre nach der Universitätsgründung startet damit der Modellstudiengang Humanmedizin. Die Lehrveranstaltungen beginnen am 12. Oktober.
Erster Jahrgang kommt aus neun BundesländernNach Angaben des brandenburgischen Wissenschaftsministeriums gehören dem Jahrgang 26 Frauen und 12 Männer an. Aus Brandenburg kommen 11 Studierende, aus Berlin und Nordrhein-Westfalen jeweils 7. Sachsen und Niedersachsen sind mit jeweils 4 vertreten, Bayern mit 2. Jeweils 1 Person kommt aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.
Zum bundesweiten Vergleich nennt das Ministerium für das Wintersemester 2026/27 insgesamt 10.683 Medizinstudienplätze an 40 staatlichen Universitäten mit 43 Standorten sowie an neun privaten Hochschulen. Gesundheitsminister René Wilke hob hervor, dass Brandenburg nun erstmals auch an einer staatlichen Medizinfakultät ärztlichen Nachwuchs ausbildet.
Ärztliches Mentoring begleitet den StudienstartMehr als 20 neu berufene Professorinnen und Professoren haben laut Ministerium bereits ihre Arbeit aufgenommen. Gründungsvorständin Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey verwies zudem auf digitale Lehreinfrastrukturen, hergerichtete Lehrgebäude und eine neue Studiumsadministration. Studium, Forschung und Versorgung sollen von Beginn an eng verbunden werden.
Jede Studentin und jeder Student erhält zum Studienbeginn eine Patin oder einen Paten aus der Ärzteschaft. Das Mentoringprogramm soll den Einstieg in den medizinischen Alltag begleiten und berufliche Kontakte ermöglichen. Die kleine Gruppe bietet nach Darstellung des Ministeriums Voraussetzungen für eine persönliche Betreuung.
Zum Auftakt steht das zweiwöchige Modul „Einführung in das Studium der Humanmedizin“ an. Es behandelt organisatorische und fachliche Grundlagen, insbesondere die ärztliche Rolle und die Forschungsschwerpunkte der Universität. Ergänzend sind Aktivitäten zum Kennenlernen vorgesehen, darunter eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn durch das Cottbuser Stadtzentrum.
Land setzt auf Impulse für Versorgung und StrukturwandelMinisterpräsident Dr. Dietmar Woidke bezeichnete die Universität als größtes Strukturwandelprojekt des Landes. Er verband den Studienstart mit dem Wandel der Lausitz von der Kohle zur Energie- und Innovationsregion. Als Schwerpunkte nannte er Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle stellte die Bedürfnisse älterer Menschen und lange Wege in dünn besiedelten Landkreisen heraus. Wilke verwies auf den Bedarf an ärztlichem Nachwuchs im ländlichen Raum. Die Landesregierung verbindet mit der Ausbildung somit ausdrücklich die Erwartung, die regionale Versorgung zu stärken.
Mit dem ersten Jahrgang beginnt nun der Lehrbetrieb; die erhofften Wirkungen auf die Gesundheitsversorgung bleiben eine Aufgabe für die kommenden Jahre.
@ Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem
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