Forderungen an Ukraine-Flüchtlinge
Vorstoß aus der Oberlausitz zu Schutzstatus und Leistungen
Aus der Oberlausitz kommt ein neuer Vorstoß zur Debatte über ukrainische Flüchtlinge in Deutschland: Der Bundestagsabgeordnete und Innenpolitiker Florian Oest fordert eine grundlegende Neuordnung der bisherigen Sonderregelungen. Anlass sind nach seinen Angaben die Diskussion über mögliche Wanderungsbewegungen von Polen nach Deutschland sowie die Initiative von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.
Oest spricht sich dafür aus, den Sonderstatus für Ukrainer in Deutschland nicht dauerhaft fortzuführen. Nach seiner Auffassung müsse Deutschland die Regeln für Schutz, Aufenthalt und Sozialleistungen neu ordnen. Dabei verweist er auf Entwicklungen in Polen, wo das Aufenthaltsrecht verschärft und Sozialleistungen reduziert worden seien.
Forderung nach Änderungen bei Schutz und LeistungenDer CDU-Politiker unterstützt den Vorstoß von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, ukrainische Männer im wehrfähigen Alter künftig von den Regelungen der europäischen Massenzustrom-Richtlinie auszunehmen.
Zugleich drängt Oest auf eine schnelle Umsetzung des sogenannten Rechtskreiswechsels. Neu ankommende ukrainische Flüchtlinge sollen demnach künftig Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz statt Bürgergeld erhalten.
Befürchtung weiterer Wanderungsbewegungen„Der Wechsel vom Bürgergeld in das Asylbewerberleistungsgesetz allein reicht nicht aus. Deutschland muss auch im Umgang mit ukrainischen Flüchtlingen seine Asyl- und Migrationspolitik grundsätzlich neu ordnen“, erklärt Oest.
Mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in Polen warnt Oest vor zusätzlichen Bewegungen innerhalb Europas, insbesondere von Polen nach Deutschland. Menschen, die vor Krieg fliehen, müssten Schutz und Zeit zur Orientierung erhalten. Wer jedoch nach drei Monaten arbeitsfähig sei und nicht arbeite, könne nach seiner Auffassung nicht dauerhaft auf staatliche Unterstützung zählen.
Einheitliche Praxis beim Aufenthaltsrecht gefordert„Migration in unser Sozialsystem darf die Bundesregierung nicht dulden“, so Oest.
Darüber hinaus fordert der Abgeordnete aus der Oberlausitz eine bundesweit einheitliche und konsequente Anwendung des Aufenthaltsrechts für Ukrainer. Nach seiner Auffassung braucht es eine Überprüfung bestehender Aufenthaltstitel und eine einheitliche Verwaltungspraxis in allen Bundesländern.
Oest verlangt, dass der vorübergehende Schutz auf Menschen beschränkt bleibt, die tatsächlich vor dem Krieg fliehen. Wer Deutschland verlasse, zwischen EU-Staaten pendle oder regelmäßig in die Ukraine reise, obwohl hier Schutz beansprucht werde, müsse seinen Schutzstatus verlieren.
Unterstützung für die Ukraine bleibt aus seiner Sicht richtigZum Schluss betont Oest, die Unterstützung der Ukraine bleibe weiterhin richtig und notwendig. Dauerhafte Akzeptanz in der Bevölkerung könne es aus seiner Sicht aber nur geben, wenn geltende Regeln fair, nachvollziehbar und konsequent durchgesetzt werden.
Foto: Nikolai Schmidt
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