Glasfaser OSL: Ausbau startet
Mit dem Graue-Flecken-Programm sollen rund 9.500 Adressen an moderne Glasfaseranschlüsse angebunden werden.
Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat am Donnerstag, 04.06.2026, offiziell das zweite kreisweite Programm zum Glasfaserausbau begonnen. Mit dem sogenannten Graue-Flecken-Programm sollen in den kommenden drei Jahren weitere rund 9.500 Adressen mit insgesamt 14.000 Haushalten und Unternehmen in 25 Orten an moderne Glasfaseranschlüsse angebunden werden.
Der symbolische Auftakt fand auf dem Gelände der Stahlbau Altdöbern GmbH statt. Landrat Alexander Erbert gab dort gemeinsam mit Vertretern der Telekommunikationsbranche, der Kommunen, des Kreistages und der Fördermittelgeber den Startschuss.
Förderung für Ausbau in unterversorgten Gebieten
Dem Ausbau gingen Förderzusagen von Bund und Land Brandenburg in Höhe von rund 50.700.000,00 € voraus. Im März 2026 wurde zudem der Zuwendungsvertrag mit dem ausführenden Telekommunikationsunternehmen GlasfaserPlus unterzeichnet.
Nach Angaben des Landkreises richtet sich das Programm an Adressen, die bislang nur über Netzgeschwindigkeiten von 200 Mbit/s symmetrisch beziehungsweise 500 Mbit/s im Download verfügen. Sie sollen nun Glasfaseranschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s erhalten.
„Die Förderung von Bund und Land ermöglicht es uns, den Glasfaserausbau dort voranzubringen, wo der Markt allein bislang keine ausreichenden Lösungen geschaffen hat“, betont Landrat Alexander Erbert.
670 km Leitungen und 500 Netzverteiler geplant
Für das Vorhaben sind nach Angaben von GlasfaserPlus rund 670 km neue Glasfaserleitungen und etwa 500 Netzverteiler vorgesehen. Der Bauzeitraum soll sich voraussichtlich über drei Jahre erstrecken.
Als Ort für den offiziellen Start wurde bewusst ein Unternehmen gewählt: Die Stahlbau Altdöbern GmbH steht nach Angaben des Landkreises beispielhaft für viele Betriebe im ländlichen Raum, die auf eine leistungsfähige digitale Infrastruktur angewiesen sind. Gerade für den Austausch großer Planungsdaten, die Abstimmung mit Auftraggebern und die Nutzung cloudbasierter Anwendungen sei eine stabile Internetverbindung wichtig.
Eigentümer müssen zustimmen
Damit die Glasfaserleitungen nicht nur bis an die Straße, sondern auch bis ins Gebäude verlegt werden können, ist die Zustimmung der Eigentümer nötig. Nach Angaben des Landkreises und der Projektpartner ist die Hausanbindung im Rahmen der Bauarbeiten bei entsprechender Beauftragung kostenfrei.
Adrian Kreutner, Leiter Produktion Technische Infrastruktur bei der Deutschen Telekom Technik GmbH, die von GlasfaserPlus mit der Umsetzung beauftragt ist, wirbt deshalb für eine frühzeitige Beschäftigung mit den Unterlagen. Mieter sollen den Prozess über den jeweiligen Eigentümer anstoßen.
Mit dem offiziellen Start hat zugleich die Information der Bürger und Grundstückseigentümer begonnen. Alle begünstigten Adressen haben laut Landkreis bereits ein Anschreiben per Post erhalten. Darin werden die Modalitäten für Auftrag und Gestattungsvertrag erläutert. Die Aktivierung des Anschlusses wird durch den gleichzeitigen oder späteren Abschluss eines Providervertrags möglich.
Nora Bielitz
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