L.o Redaktion | Ute Lieschke / Johanna Brause
Jüdische Kultur entlang der Via Regia erleben
Zwischen Leipzig und Görlitz startet am 19.07.2026 das Programm.
In Sachsen, von Leipzig bis Görlitz und mit mehreren Stationen in der Oberlausitz, startet am Sonntag, 19.07.2026 die Reihe „Via Regia – jüdisch – unterwegs“. Im Rahmen von Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026 sind 38 Veranstaltungen geplant. Das Programm richtet den Blick vor allem auf kleinere Orte entlang der historischen Via Regia und lädt dazu ein, jüdische Geschichte und Kultur im ländlichen Raum neu zu entdecken.
Träger des Gemeinschaftsprojekts sind Notenspur Leipzig e.V. und „Kommen und Gehen“ - Das Sechsstädtebundfestival! e.V.. Die Veranstaltungsorte folgen dem sächsischen Verlauf der einst bedeutenden mittelalterlichen Handelsstraße.
Auftakt in Malschwitz, weitere Stationen in der Oberlausitz
Den Auftakt bildet am Sonntag, 19.07.2026 das Konzert „Wo die Seele wohnt“ in der Kirche Malschwitz bei Bautzen. Mezzosopranistin Shai Terry und Russel Poyner an der Gitarre präsentieren sephardische und jiddische Lieder.
Im August folgen mehrere Formate in der Region:
- Freitag, 08.08.2026: „Schierzens Lieder“ auf dem Vierseithof Schmole in Horka im Landkreis Görlitz. Der musikalische Spaziergang folgt den Spuren der jüdischen Sorbin Annemarie Schierz.
- Dienstag, 12.08.2026: „Löbau, wie klingst du?“ in Löbau. Aus Alltagsgeräuschen entsteht eine klingende Stadtbiografie.
- Mittwoch, 13.08.2026: „VAYTER!“ in Zittau. Das Caravan Orchestra des Yiddish Summer Weimar verbindet jiddische, arabische und mediterrane Klänge.
- Freitag, 22.08.2026: „Marilyn, und …?“ im Kühlhaus Görlitz. Im Mittelpunkt stehen Frauenbiografien zwischen Popkultur, Exil und Verfolgung.
- Samstag, 23.08.2026: Auf Schloss Klippenstein in Radeberg sind zwei musikalische Lesungen über die jüdische Schriftstellerin Ilse Weber geplant, darunter eine Märchenlesung für Familien sowie Gedichte und Lieder aus Theresienstadt.
- Samstag, 30.08.2026: „Auf zur Leipziger Messe“ von Taucha nach Leipzig-Thekla. Mit Pferd und Planwagen folgt die Wanderung den Spuren jüdischer Kaufleute auf dem Weg zur Messe, begleitet von Musik und Schauspiel.
Kamenz und Leipzig im September
Zu den weiteren Programmpunkten zählt am Freitag, 05.09.2026 das Konzert „Gershwin & Weill – Eine transatlantische Begegnung“ mit dem Nigun Quartet und Daniel Dorsch im Stadttheater Kamenz.
Am Samstag, 06.09.2026 eröffnet der Notenspur Leipzig e.V. den Leipziger Notenbogen, eine neue musikalische Stadterkundungsroute zur jüdischen Musikgeschichte. Geplant sind ein Wandelkonzert und eine Festveranstaltung zur Aufnahme in die Europäische Kulturroute Jüdisches Erbe. Ebenfalls an diesem Tag beginnt in Dresden die Gedenkfahrt „Staffelstab – Erinnerung in Bewegung“ zu ehemaligen Orten jüdischer Verfolgung und NS-Zwangsarbeit. Das Projekt wird an ausgewählten Stationen musikalisch begleitet.
Wanderausstellung bis Dezember
Mit „TANYA PREMINGER UNTERWEGS“ folgt zudem eine Wanderausstellung mit Galerie-Konzerten dem Verlauf der sächsischen Via Regia. Die israelische Bildhauerin Tanya Preminger arbeitete im Mai 2026 als Artist in Residence auf dem Künstlergut Prösitz. Zwischen August und Dezember gastiert die Ausstellung in Grimma, Großenhain, Wurzen, Prösitz und im thüringischen Apolda. Begleitet werden die Stationen von musikalischen Veranstaltungen und Begegnungen.
Abschluss in Apolda
Den Abschluss des Veranstaltungsjahres bildet am Freitag, 06.11.2026 im Prager-Haus Apolda der musikalisch-literarische Spaziergang „Räume der Erinnerung“. Die Veranstaltung folgt den Spuren von Bernhard Prager. Seine Familiengeschichte verbindet sich dort mit Briefen, einer Geige aus Theresienstadt und Musik von Komponisten, die selbst verfolgt wurden. Mit dabei sind Julia Malik, Radoslaw Pujanek und Andrea Linsbauer.
Förderung und Partner
Gefördert wird das Projekt durch den Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, sowie die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Weitere Unterstützung leisten die Stiftung für das Sorbische Volk, die Sparkasse Leipzig, die Szloma-Albam-Stiftung und die Holger Koppe Stiftung.
Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit zahlreichen regionalen und überregionalen Partnern, darunter das Stadtmuseum Bautzen, die Stadt Kamenz, das Stadttheater Kamenz, das Künstlergut Prösitz, das Landesamt für Archäologie in Sachsen, die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig, Meeting Point Memory Messiaen e.V., das Prager-Haus Apolda e.V. und Yiddish Summer Weimar.
Foto: Kai Müller
Foto: Vlad Braga
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