Erntebeginn der Spreewaldgurken
Kühle Nächte verzögerten den Start um bis zu zehn Tage.
In der Lausitz hat die Ernte der Spreewälder Gurken begonnen. Nach kühlen Wochen im Mai und zuletzt niedrigen Temperaturen läuft die Ernte nun an. Nach Angaben aus der Branche hat sich der Start um rund eine Woche bis zehn Tage verschoben.
Zum Auftakt der Gurkenernte lud der Spreewaldverein e.V. am Montag, 16.06.2026, zu einem Pressegespräch an ein Gurkenfeld des Biohofs Schöneiche KG nahe Golßen ein. Dort werden auf mehreren Feldern rund 80 ha Einlegegurken in Bio-Qualität angebaut.
Heinz-Peter Frehn, der auf 45 Jahre Erfahrung im Gurkenanbau zurückblickt, erklärte, dass kalte Nächte im Mai mit Temperaturen unter 5 °C das Wachstum deutlich gebremst hätten. Problematisch seien zudem viele kurze Niederschläge, weil sie die Verbreitung pilzlicher Schaderreger begünstigten. Die fehlenden Regenmengen seien dagegen weniger kritisch, da die Pflanzen über Tröpfchenbewässerung versorgt werden.
Auf den Feldern liegt zudem eine biologisch abbaubare Schwarzfolie direkt in der Pflanzenreihe. Sie unterdrückt den Unkrautwuchs und sorgt für etwas höhere Temperaturen für die wärmeliebende Kultur.
Hoher Aufwand im AnbauGerade im ökologischen Landbau ist der Aufwand hoch. Unkraut muss mechanisch entfernt werden, die Ernte erfolgt bei Gurken weiterhin von Hand. Christoph Frehn verwies auf gestiegene Produktionskosten und den Mindestlohn. Heimische Gurken seien dadurch teurer in der Herstellung als Ware aus anderen Ländern.
„Unser größtes Problem sind die gestiegenen Kosten, die nicht so an den Handel weitergegeben werden können, wie wir es bräuchten“, sagte Heinz-Peter Frehn.
Aus Sicht des Betriebs sollte die Herkunft von Rohstoffen auf Lebensmitteletiketten klarer erkennbar sein. Verbraucher könnten dann besser nachvollziehen, aus welchem Land eingelegte Gurken im Supermarkt stammen.
Zahlen zur Saison 2026In diesem Jahr werden Spreewälder Gurken auf insgesamt etwa 450 ha angebaut. Davon entfallen rund 80 ha auf den Bio-Anbau. Auf weiteren 67 ha wachsen Schälgurken, aus denen später Senf- oder Schmorgurken werden.
Acht Betriebe bauen die Gurken an. In den kommenden zwei bis drei Monaten werden nach Angaben der Branche etwa 27.000 t geerntet. Frisch vom Feld gehen Einlege- und Schälgurken in sieben Verarbeitungsbetriebe, wo sie nach traditionellen Rezepturen verarbeitet werden.
EU-Siegel für die HerkunftDie Spreewälder Gurke trägt den geografischen Herkunftsschutz der EU. Erkennbar ist das an dem blau-gelben g.g.A.-Siegel. Die Bezeichnung ist seit März 1999 als geografisch geschützte Angabe anerkannt. Verbraucher erhalten damit ein Produkt mit Herkunftsgarantie.
Fotos: Spreewaldverein e.V
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