Hoffnung für Elektrifizierung der Bahnstrecke Görlitz-Dresden
Abgeordnete wollen Ausbau und Mittel sichern
Für die Oberlausitz und die Verbindung nach Dresden gibt es im Bundestag einen neuen Vorstoß: Auf Initiative der sächsischen Bundestagsabgeordneten Florian Oest (CDU) und Kathrin Michel (SPD) hat sich in Berlin ein interfraktioneller Parlamentskreis zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden-Görlitz gegründet. Ziel ist es, den Ausbau der Strecke politisch zu begleiten und voranzubringen.
Für die Region ist das Thema seit Jahren wichtig. Die Elektrifizierung soll die Anbindung der Oberlausitz an Dresden verbessern, mehr Güterverkehr auf die Schiene bringen und die grenzüberschreitende Verbindung nach Polen langfristig stärken.
Abgeordnete mehrerer Fraktionen beteiligtNeben Oest und Michel engagieren sich auch die Bundestagsabgeordneten Paula Pichotta, Kassem Taher Saleh und Dr. Markus Reichel. Die Schirmherrschaft übernimmt die sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung Regina Kraushaar.
Ein erstes gemeinsames Treffen mit Vertretern aus Wirtschaft, Kommunalpolitik und Wissenschaft ist für Dienstag, 07.07.2026, in Berlin geplant. Dort sollen die nächsten konkreten Handlungsschritte festgelegt werden. Eine Uhrzeit wurde nicht genannt.
Neubewertung und Finanzierung im BlickNach Angaben der Initiatoren will sich der Parlamentskreis dafür einsetzen, dass das Bundesverkehrsministerium die Nutzen-Kosten-Betrachtung des Projekts neu bewertet. Außerdem soll erreicht werden, dass ausreichend Mittel für Ausbau und Elektrifizierung im Bundeshaushalt eingeplant werden.
Hintergrund ist die bisherige Einstufung der Strecke im Bundesverkehrswegeplan. Derzeit gehört sie nur zum „Potenziellen Bedarf“. Für eine Aufnahme in den „Vordringlichen Bedarf“ ist ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von mindestens 1,0 erforderlich. Die letzte Bewertung aus dem Jahr 2018 kam jedoch nur auf 0,7.
Aus Sicht der Beteiligten bilden diese Zahlen die Entwicklung der Region nicht mehr ausreichend ab. Seit 2018 hätten sich wesentliche Rahmenbedingungen verändert.
Verweis auf Arbeitsplätze und GüterverkehrKathrin Michel verweist auf zusätzliche wirtschaftliche Anforderungen in der Region. Bis zum Jahr 2040 werden demnach 45.000 zusätzliche Arbeitsplätze erwartet. Hinzu komme der Güterverkehr. Das Potenzial werde auf bis zu vier zusätzliche Güterzüge pro Tag geschätzt.
Als Beispiele nennt sie den Schienenfahrzeughersteller Alstom in Bautzen, KNDS in Görlitz, den neuen Bundeswehrstandort in Straßgräbchen sowie den wachsenden deutsch-polnischen Güterverkehr.
„Eine schnelle Verbindung zwischen der Oberlausitz und der Landeshauptstadt Dresden ist für die Entwicklung beider Regionen von besonderer Bedeutung“, erklärte Florian Oest zur Gründung des Parlamentskreises.
Mit dem neuen Zusammenschluss wollen die beteiligten Abgeordneten den politischen Druck für das Vorhaben erhöhen. Für die Menschen in der Oberlausitz geht es dabei vor allem um bessere Verbindungen, wirtschaftliche Perspektiven und eine stärkere Anbindung an Sachsen und Polen.
Foto: Büro Florian Oest MdB
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